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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Pentateuch's) erst ermöglicht werde. Der Talmud wurde hierauf vondem Censur-Tribunal zum Feuer verurtheilt. Aber es fehlte nochVieh bis das Urtheil vollstreckt wurde. Die Juden wußten nämlicheinen Erzbischof, der dem König Ludwig nahe stand, zu erbitten —eine christliche Quelle sagt, durch eine Geldsumme zu bestechen — dasUrtheil zu cassireu und die Talmndexemplare ihren Besitzern wiederauszulieferu. Die französischen Juden, erfreut über den unerwartetgünstigen Ausgang der ihrem Herzen so wichtigen Angelegenheit,setzten den Tag, an dem der Talmud dem Feuer entgangen war, zumfestlichen Gedenktage ein. Aber sie jubelten zu früh.

Der bigotte Sinn des Königs wurde nämlich durch ein zu-fälliges Ereigniß wieder gegen den Talmud aufgestachelt. DerselbeErzbischof, welcher sich für den Talmud verwendet hatte, starb inGegenwart des Königs plötzlich unter den heftigsten Schmerzen. DerBeichtvater des Königs wird wohl nicht verfehlt haben, dem ge-dankenarmen Ludwig die Hölle heiß zu machen, daß jener Prälatfür seine fluchwürdige Begünstigung der Juden feine Strafe erlittenhabe. Der Dominikaner Heinrich und der Apostat NikolausDonin entwickelten eine unermüdliche Thätigkeit, den Befehl desPapstes zur Ausführung zu bringen. Der König ernannte darauf eineneue Commission, darin auch der Kanzler der Pariser Universität Odo,Sitz hatte, und veranstaltete eine Disputation zwischen Nikolaus und vierfranzösischen Rabbineu, um die Anklagepunkte noch einmal zu erhärten.

Diese vier Rabbinen, welche dazu berufen waren, als Anwältefür den Talmud zu fungiren, waren R. Jechiel aus Paris, R. Moseaus Couch, welcher von seiner Missionsreise in Spanien zurück-gekehrt war (o. S. 57), R. Jehuda b. David aus Melun undR. Samuel b. Salomo aus CHateau-Thierry. R. Jechiel wurdezum Sprecher erwählt, weil er mehr als seine Genossen redegewandtwar'). Die Disputation fand am königlichen Hofe (Montag, 20.Tammus — 24. Juni 1240) in Gegenwart der klugen Königin-MutterBlanche statt, welche thatsächlich die Regierungsgeschäfte leitete.Anfangs wollte R. Jechiel gar nicht Rede stehen. Er berief sich aufdie Constitution der Päpste, daß den Juden in ihren inneren An-gelegenheiten Unabhängigkeit zugesichert sei. Er bemerkte, daß derTalmud ihr Lebenselemeut sei, für den sämmtliche Juden zu Serbenbereit seien. Die Königin beruhigte ihn aber, daß ihrem Leben keineGefahr drohe: sie werde sie schützen, nur möge er auf alle an ihn

st In der äis^ntatio llsollislis aara Uivolao heißt es im Manuskriptwo R'Jechiel spricht: »x i'rr.i '»o a'stiz r" xii' ^22

'^2- nnri- w) ust In der Wagenseil'schen Ausgabe dagegen

falsch: -su.