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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Bedrückungen und Verfolgungen.

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zu dulden als christliche, welche die christlichen Schuldner mit nochdrückenden Wucherzinsen quälten st.

Bei allen diesen vielen Quälereien, Gehässigkeiten und Ver-folgungen gab es noch einen Winkel, wo die Inden in fast seligerStimmung sich frei fühlten nnd der Leiden vergessen konnten. DasLehrhaus, wo sich Alt und Jung zum Talmudstndium versammelte,mar eine Friedensstätte für sie. In der Vertiefung in den Gedanken-stoff vergaßen die Talmndbeflissenen die Außenwelt mit ihrem giftigenHasse, mit ihren hämischen Gesetzen, mit ihren Folterqualen. Hierwaren sie Königssöhne, die Majestät des Gedankens umstrahlte ihreStirn, die Freudigkeit geistiger Thätigkeit verklärte ihre Züge. EineSchwierigkeit im Talmud zu lösen, eine Dunkelheit aufzuhellen, etwasNeues, was den Vorgängern entgangen war, zu finden, machte ihreSeligkeit ans. Nicht Amt und Würden erwarteten sie für ihre Ge-dankenanstrengung, keinen greifbaren Lohn erhielten sie für ihre Nacht-wachen. Sie wollten nur ihren Wissensdrang befriedigen, ihrerreligiösen Pflicht genügen und allenfalls sich der himmlischen Beloh-nung vergewissern. Das allerwichtigste Geschäft für alle war dasLernen, und die Blüthe der Gelehrsamkeit war der Talmud.Sobald das Kind nur lallen konnte, wurde es am Wochenfeste desMorgens zuerst, mit verhülltem Gesichte, damit sein Auge nicht dasUnheilige treffen sollte, aus dem Hause in die Synagoge oder in dieSchule" geführt. Dort wurde ihm das hebräische Alphabet in ge-rader und umgekehrter Ordnung und Paffende Verse vorgesprochen.Ein Honigkuchen und ein Ei, beide mit Schriftversen beschrieben,waren seine Belohnung st. Der Tag, an dem das Kind der Lehrezugeführt wurde, war ein Freudentag für die Eltern und die ganzeGemeinde. War ein Kind nicht ganz stumpf, so wurde es von derBibel zum Talmud angeleitet. Der geachtetste Stand war der derTalmndbeflissenen. Ehrlosigkeit war das Loos der Unwissenden (^mKa-Li'62). Der geweckte Jüngling brachte viele Jahre, ja bis zuseiner Verheirathnng, im Lehrhause zu, und bis an's Lebensende warder Broderwerb Nebensache, das Talmudstndium Hauptzweck des Lebens.Diese verzehrende Beschäftigung mit dem Talmud war allerdings ein-seitig, aber sie hatte etwas Ideales. In dieses innere Heiligthum derJuden hatte bisher die feindliche Hand nicht eingegriffeu. Die welt-liche Macht kümmerte sich nicht darum, die Geistlichkeit hatte keine

st DsxxinA, llistoirs äss cknits an rao^sn s,Zs p. 124 f. lieber dieStellung des Thomas von Aquino zur Wucherfrage vergl. Guttmann, dasVerhältniß des Thomas von Aquino re. S. 8 ff.

st Cleasar von Worms, Uoksaoli Ilo. 296.