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Geschichte der Juden.
und der Lehre von dem Riesenmaße der göttlichen Glieder anfangensolle. Er stellte sich die Gottheit wie einen König in der himmlischenHofhaltung vor, umgeben von Engelschaaren. Seine mystische Methodebesteht darin, die Buchstaben der Gottesnamen und der Schriftversezu versetzen, sie in Zahlzeichen zu übertragen oder sie als Abkürzungenbedeutungsvoller Wörter zu behandeln (2iruk, Oswutria dlotarioov).Auch der praktischen Kabbala, durch gewisse Gottes- oder Engelnamen,auf ein Papier geschrieben, Wunder zu thun, wovon die provenzalisch-spanische Geheimlehre nichts wußte, scheint Eleasar von Worms zu-gethan gewesen zu sein (Lnbbula Naassizot). Dagegen kannte diedeutsche Mystik noch nicht das Sefirot - System, nicht einmal denAusdruck En-Sof. — Eleasar von Worms hatte vielen Einfluß aufseine Zeitgenossen und die Nachwelt, weniger durch seine talmudischeGelehrsamkeit und seine Gedankentiefe, als vielmehr durch seineherzliche Sprache. Er behandelte selbst die talmudischen Partiennicht trocken, sondern mit gemüthlicher Eindringlichkeit. Er undallenfalls sein Lehrer Jehuda der Fromme aus Regeusburg galtenfür die deutschen Juden als „Väter der Kabbala", wie Isaak derBlinde und sein Vater für die provenzalischen und spanischen. Alsdiese zwei verschiedenen Geheimlehren, die auf Buchstaben und Zahlenbegründete und die von den Sefirot ausgehende, mit einander verschmolzenund vermischt wurden, richteten sie eine noch heillosere Verwirrungin den Köpfen an und tödteten den gesunden Sinn. Jünger desEleasar von Worms, darunter ein gewisser Menahem der Deutsche^),haben wohl diese Verbindung zn Stande gebracht.
*) Das Wort n'oi-sr, das im Talmud und bei den Kabbalisten so häufigvorkommt, ist wohl eine Metathesis des griechischen Wortes 70 »^»,i-kla oder im Sinns von Zahlzeichen, Zahl.
2 ) Mit Recht berichtigte Jellinek die früher irrthümlich festgehaltene An-nahme über den Ursprung dieser von ihm edirten (früher zweimal gedruckten)Schrift 012 orw dahin, (Auswahl kabbalistischer Mystik. Heft 1 Hebr. Beilagex. 29 ff.) daß dieselbe nicht Abraham b. Alexander (Achselrad?) aus Cölnangehört, sondern einem Menahem, Jünger des Eleasar Rokeach (Frankel,Monatsschr. Jahrg. 1853 x. 78 und Einl. zu Nachmani's Osrasebs, S. VIII.Note). Denn in einer Note zu dem Buche ivnn ino (die entweder dem Ver-fasser Simson b. Elieser oder Lipmann sJom-Tobs aus Mühlhausen angehört)wird ni' 21-2 -noi cn :2 '1 als Verfasser desselben angegeben
(x. 9 b). Von demselben existiren auch rn-rso 'L'p und 0122 (äsNossi Ooää Ho. 1108, 4; in der OpxsrrbsirLsris.ua 1704 und in denMichaelschen Nr. 615, 3). Dieser Menahem, Jünger des Eleasar von Worms,ist also der erste Deutsche, der die Sefirot mit der Zahlenkabbala combinirthat. Von der Beschäftigung der deutschen Mystiker mit Wunderthuerei berichtetNachmani in seiner Osrsssbs. (sä. Jellinek x. 28) und Abraham Abulafia inniwro 7 bei Jellinek, Philosophie und Kabbala p. 22.