Die deutsch-jüdische Mystik.
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bewährt, indem der Kabbalist durch Geheimmittel bewirkt habe, daßein Esel an seiner Statt hingerichtet worden, und er sei Plötzlich inNachmani's Zimmer getreten. Von diesem Augenblicke an habe sichNachmani zur Kabbala bekannt und habe sich in sie einweihen lassen Z.
Die Geheimlehre der geronensischen Schule, wie sic Asriel, seinZwillingsgenosse, Jakob b. Scheschet und Nachmani lehrten, hatte dochwenigstens einen Auslug von gedanklicher Unterlage und eine gewisseBerechtigung gegenüber der auf Kosten des Judenthums bis zumUebermaß getriebenen Verflachung einiger Maimunisten. Sie konntevaher in mystisch gestimmten Gemüthern Anklang finden, und dieZweifel derer, welche in der Klemme zwischen Philosophie und grobemBuchstabenglauben ängstlich geworden waren, verstummen machen.Anders geartet war die Geheimlehre in dem deutsch-jüdischen Kreise,dessen Hauptvertreter Elcasar b. Jchuda aus Worms war (wi-6armi8a, auch Uokoaed nach seinem Hauptwerk genannt, geb. um1160, st. um 1230 2). Obwohl dieser Wormser Mystiker (Schülerdes überfrommen Jehuda Chasid aus Regeusburg) sich von derVorstellung der Körperlichkeit Gottes in agadischer und mystischerWeise frei gemacht hatte, vielmehr in Uebereinstimmung mit Saadiaund anderen jüdischen Denkgläubigeu die Geistigkeit Gottes scharfbetonte und der Auseinandersetzung dieses Gedankens gegenüber denAnthropomorphisteu eine eigene Schrift widmete ^), so war er dennochnicht mit sich im Reinen, was er mit den vermenschlichenden Agadas
Z Gedalja Jbn-Jachja in Lvllslsellslsb lls.-Ls.dds.1s..
2) Sein Geburts- und Todesjahr ist nicht bekannt. Zacuto giebt nur imAllgemeinen an, er sei ungefähr gleichzeitig mit Esra, >238, gestorben (in derFilipowsskischen Edition des Jochasin fehlt sogar diese Angabe). Aus demUmstaude, daß Eleasar von W. >197 bereits mehrere Kinder, und daruntereine erwachsene Tochter und auch Schüler hatte (Bd VI. 2 S. 254), folgt, daßer damals mindestens ein Dreißiger war. 1223 war er Mitglied der MainzerSynode ( 0 . S. 22). Nachmani scheint ihn in seinem größern Sendschreibenvon 1232 als Verstorbenen zu citiren.
") TiuLun! im-.-, iw 'iiM edirt nach einem Ms. von Jellinek in Stern'sLoollds 0i2ollsk Heft 27. S. 7 fs. Auch in der Einleitung zu Lollssollpolemisirt Eleasar von W- gegen den groben agadischen Anthropomorphismus,lieber seine Schriften vergl. Jellinek, „Auswahl kabbal. Schriften" S. 28 f.Indessen ist die Autorschaft mancher ihm vindicirten mystischen Schriften nochnicht gesichert. Zunz schreibt ihm die mystische Schrift i--o zu (Gottes-
dienstliche Vorträge S. 169 f. Note). Allein das ist schon deswegen nichtrichtig, weil E. v. W. selbst in seinem Hauptwerke Lollssoll angiebt, jederAutor müsse seinen Namen am Anfang seines Buches durch Akrostichen odersonst ein Mittel verewigen, das sogenannte große Buch Nasiel deutet aber nichtentfernt seinen Namen an. Es gehört aller Wahrscheinlichkeit nach demSchwärmer Abraham Abulafia an, der sich bekanntlich auch Rasiel nannte.