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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

das Unsilbische oder dem Judenthum Widersprechende mit scharfemBlick erkannte, wie auch er den Verirrungen der Kabbala folgen undihr Anhänger werden konnte. Allein bei tieferem Eingehen auf seineDenkart schwindet das Räthselhafte dieser Erscheinung. Nachmanigehörte zu den zahlreichen denkenden Menschen, welche das Einzelnerichtig zu beurtheilen, aber ein großes Ganzes nicht zu umfassen ver-mögen. Maimuni's philosophische Auffassungsweise stieß wegen ihrerNüchternheit seinen Geist ab, die Kabbala dagegen sagte ihm geradezu, weil sein Wunder- und Autoritätsglaube in ihr Nahrung fand.

Da er als frommer Rabbiner und tiefer Talmudkundiger dieWahrheit der Kabbala anerkannt hatte, so war ihr Ansehen gesichert.Wo Nachmani unbedingt glaubte, scheuten sich Minderbegabte zuzweifeln. Der Dichter Meschullam En-Vidas Dafiera (o. S. 47),der Gegner der Maimunisten, stellte daher ihn, sowie Esra und Asriel,als Gewährsmänner für die Wahrheit der Gcheimlehre auf. Z

Uns ist Nachman's Sohn eine feste Burg

Esra und Asriet haben uns ohne Täuschung belehrt,

Sie sind meine Priester, sie erleuchten meinen Altar,

Sie sind meine Sterne, die nicht verdunkeln.

Sie wissen GottesMaßausdehnung" zu rechtfertigen.

Nur halten sie aus Furcht vor den Ketzern mit ihren Worten zurück."

So wurde Nachmani eine Hauptstütze der Kabbala, und mehrnoch dadurch, daß er in hingeworfenen Bemerkungen von ihr sprachund mehr davon verhüllte als aufdeckte. Sein Lehrer in der Kabbalasoll Asriel oder Esra gewesen seim indessen kann er sie schon in derJugend 2 ) von seinem Lehrer im Talmud, Jakob b. Jakar (o. S. 67),der sich ebenfalls damit beschäftigte, empfangen haben. Hatte sie dochin Gerona, Nachmani's Heimath, ihr erstes Zelt.

Später erzählte man sich, um die siegreiche Kraft der Kabbalazu beweisen, daß Nachmani Anfangs entschiedene Abneigung gegensie gehabt habe, trotz der Mühe, die sich ein ergrauter Kabbalist,gegeben habe, ihn zu bekehren. Eines Tages sei nun dieser Kabbalistin einem Schandhause ertappt und zum Tode verurtheilt worden.Vor seiner Hinrichtung, an einem Sabbat, habe er Nachmani zu sichrufen lassen, der nur widerwillig zu ihm gekommen sei und ihm Vor-würfe wegen seines unwürdigen Betragens gemacht habe. Der Kab-balist habe seine Unschuld betheuert und Nachmani versichert, er werdenoch an demselben Tage nach der Hinrichtung zu ihm kommen unddas Sabbatmahl mit ihm verzehren. Diese Versicherung habe sich

Oibis Olls,ollg,iuiiii x. 77. vergl. Note l.

2- Vergl. Note 2.