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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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70 Geschichte der Juden.

sehr jung, oder wenn alt, so doch nicht aus dem jüdischen Alterthum,sondern aus der Zeit der Abenddämmerung der griechischen Philosophie.Die Kabbala ist ein Zerrbild, welches die jüdischen und die philo-sophischen Ideen in gleicher Weise verunstaltet. Die Annahme vonidealen Potenzen, von geistigen Mittelwesen zwischen der lichterfülltenGottheit und der getrübten Welt, von der Vorexistenz der Seele, derSeelenwanderung, der magischen Einwirkung des menschlichen Thunsauf die höhere Welt, das Alles gehört der alexandrinisch-neuplato-nischen Weltanschauung an. Auf welchem Wege sind die erstenKabbalisten, sei es Isaak der Blinde oder Asriel und seine Genossen,zu der, wenn auch nur oberflächlichen Kenntniß der neuplatonischenElemente gekommen? Die Verbindung war gewiß keine direkte undbrauchte es nicht zu sein. Vieles von der neuplatonischeu Theoriewar in Frankreich gerade in dieser Zeit bekannt. Ein christlicherReligionsphilosoph, David de Dinanto in Paris hat ähnlichePrincipien wie die Kabbala aufgestellt; daß Gott sich selbst gestalteund sich in drei verschiedenen Sphären offenbare, in der Welt desGeistes, der Seele und des Stoffes Z. Der christliche Philosoph,dessen Schriften als ketzerisch verdammt und verbrannt wurden,brauchte drei Principien, um damit die christliche Dreifaltigkeit zurechtfertigen; die Kabbala dagegen ließ sich von anderen Voraus-setzungen leiten und nahm zehn Potenzen au. Jbn-G'ebirol's vonneuplatonischen Ideen geschwängertes System hat Wohl auch einenBeitrag zur Kabbala geliefert. Die Lehre von der Seelenwanderungwar allerdings in der gaonäischen Zeit von einigen jüdischen Kreisenausgenommen worden, und insofern könnte man diesen Bestandtheil derKabbala alt nennen; aber sie ist zugleich so sehr unjüdisch, daß sieder Gaon Saadia mit Entrüstung verworfen hat?).

Asriel bemühte sich zwar nachzuweisen, daß die Idee vom En-Sof und den Sefirot in Bibel und Talmud begründet sei, allein erhat für Verständige nur das Gegentheil bewiesen. Als. wenn dieKabbala kein gutes Gewissen gehabt hätte, daß sie ihre Theorien füruralt ausgab, während sich in dem talmudischen Schriftthum keineSpur davon aufweisen läßt, setzte sie eine kabbalistische Schrift inalter Form und agadischem Gewände in die Welt, welche kabbalistischeIdeen von talmudischen Autoritäten, R. Nechunja b. Ha-Kanaund Andern auseinandersetzeu läßt. Diese untergeschobene Schriftnannten die Kabbalisten Bahir (Glanz, oder nach dem ersten Namen:

') Bergt. Ritter, Geschichte der christlichen Philosophie Hl. S. 028 ff.?) Saadia lüraunot VI. 7.