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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Seelenlehre ausgehend, daß die Seelen in der Geisterwelt von jehervorerschaffen seien, lehrte die Kabbala, daß sämmtliche Seelendazu bestimmt seien, die irdische Laufbahn anzutreten, sich in Körperzu versenken und mit ihnen eine Zeitspanne verbunden zu bleiben.Die Aufgabe der Seele sei nun, in ihrem Erdenleben gewissermaßeneine Probe abzulegen, ob sie sich trotz der Verbindung mit dem Leibevon den irdischen Schlacken werde rein erhalten können. Vermag siedas, so steige sie geläutert nach dem Tode zum Geisterreich auf undhabe Antheil an der Welt der Sefirot. Befleckt sie sich dagegen mitdem Irdischen, so müsse sie noch einmal und wiederholentlich (höchstensaber nur dreimal) in das Leibesleben zurückwandern, bis sie durchwiederholte Prüfungen sich lauter emporschwingen könne. Auf dieSeelenwanderung (Ibdur, (ÜlAul), einen wichtigen Punkt der Kabbala,gründete sie die Vergeltpngslehre. Die Leiden, welche auch denFrommen hienieden scheinbar unverschuldet treffen, dienen lediglichdazu, die Seele zu läutern. Seth's Seele sei in Mose übergegangen.Man dürfe also Gottes Gerechtigkeit nicht anklagen, wenn es demFrommen hienieden schlecht, dem Gottlosen gut gehe. Die Kabbalafand eine Bestätigung ihrer Seelenwanderungstheorie in der Vorschriftdes Judenthums, daß der Bruder eines kinderlos Verstorbenen dessenWittwe heimführen müsse, damit durch diese Schwagerehe die Seeledes Verstorbenen wieder geboren werden und seine Laufbahn vollendenkönne. Die Ehe überhaupt galt den Kabbalisten als ein mystischesInstitut, weil sie das Eingehen der Seele in die Körperwelt bewirke.

Da nun die meisten Seelen sich in ihrem irdischen Dasein in's Sinn-

liche verlieren, ihren himmlischen Ursprung vergessen und also öfterenWanderungen durch neue Körper unterworfen sind, so gelangen meistensalte Seelen, d. h. solche, die schon früher auf die Erde hinabgestiegenwaren, zur Geburt, und nur selten komme eine neue Seele zur Welt.Durch die Sündhaftigkeit der Menschen, welche zur Folge hat, daßdieselben Seelen immer wieder in Körper eingehen, wird die große

Erlösung aufgehalten. Denn die neuen Seelen können nicht in's

Dasein gelangen, weil die Welt fast durchgehends von alten bevölkertsei. Und die große Gnadenzeit, die geistige Vollendung der Welt,könne nicht eher eintreten, bis sämmtliche vorgeschaffene Seelenirdisch geboren sind. Auch die Seele des Messias, die wie andere inder Geisterwelt der Sefirot in ihrer Vorexistenz verharrt, könne nichteher erscheinen, bis sämmtliche Seelen in das Körperleben eingegangensind. Sie werde die letzte der Seelen sein, und der Messias wirdalso erst am Ende der Tage erscheinen. Dann aber werde dasgroße Jubiläum (öobel ba-Uaäol) eintreten, wenn sämmtliche Seelen