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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Anwendung der Kabbala.

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Offenbarung und das Gesetz mit seinen 613 religiösen Bestimmungenerhalten, um durch jede religiöse Thätigkeit auf die Sefirot einzu-wirken und sie gewissermaßen zum Spenden zu nöthigen. Die Ritualienhaben daher eine tiefmystische Bedeutung und einen unvergänglichenWerth; sie bilden die magischen Mittel, das ganze Weltall zu erhaltenund ihm Segen zuzuwenden.Der Fromme bildet den Grund derWelt" i). Namentlich hätten der Tempel und der Opfercultus eineganz besonders wichtige Bedeutung gehabt, die Verbindung der niederenWelt mit der höheren lebendig zu erhalten. Der irdische Tempel habedem himmlischen Tempel (den Sefirot) entsprochen. Der Priestersegen,der mit den erhobenen zehn Fingern ausgesprochen zu werden Pflegte,habe die zehn Sefirot angeregt, ihre Segenspendung auf die niedereWelt zu ergießen. Nach dem Untergang des Tempels sei das Gebetan die Stelle der Opfer getreten, es habe daher eine besondersmystische Wichtigkeit. Die vorgeschriebenen Gebete haben eine unfehl-bare Wirkung, wenn der Betende es versteht, sich bei dieser und jenerVeranlassung an die betreffende Sefira zu wenden. Denn nur andiese sei das Gebet zu richten, nicht unmittelbar an die Gottheit.Das Geheimniß des Gebetes (8oä da-Delila) nimmt in der Kabbalaeine wichtige Stelle ein. Jedes Wort, ja jede Silbe in den Gebet-formeln, jede Bewegung beim Gebet, jedes dabei angewendete ritualeSymbol deutet die Kabbala beziehungsvoll auf den Bau und einen Vorgangder höheren Welt. Da die andächtige Vertiefung in das Wesen derSefirot beim Gebete der Praktisch anwendbare Theil der Kabbala war,so sorgten die ersten Kabbalisten für einen Commentar zu den Gebeten.Auch die mystische Erläuterung der Religionsgesetze des Judenthumsließen sich die Kabbalisten angelegen sein. Es war der Schwerpunktihrer Theorie. Sie konnten damit den Maimunisten entgegentreten.Während diese vom philosophischen Gesichtspunkte aus manche Be-stimmung des Judenthums für bedeutungslos und veraltet erklärten,hoben die Mystiker deren Wichtigkeit und hohe Bedeutung hervor.Sie galten daher als die Erhalter des Judenthums.

Die Vergeltungslehre und die Untersuchung über den Zustandder Seele nach dem irdischen Dasein war auch durch Maimuni zusehr als wichtiger Bestandtheil des Judenthums betont worden, alsdaß die Kabbala sie nicht auch in den Kreis ihrer Theorie hätteziehen sollen. Sie stellte aber eine eigne Ansicht darüber auf, die sienatürlich ebenfalls als uralt ausgab, die aber ihre Jugend und Ent-lehnung aus einem andern Kreise nicht verbergen kann. Von ihrer