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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

der Gottheit selbst oder von dem hocherhabenen En-Sof, sondern vonden Sesirot verstanden werden. Der Opferduft, der vom Altäre auf-stieg und zum angenehmen Geruch ward, sei nicht von der Gottheitselbst, sondern von den Mittelwesen eingeathmet oder aufgesogenworden. Auf diese Weise glaubte die Kabbala die Schwierigkeitenüberwunden zu haben, welche der Begriff der reinen Geistigkeit Gottesund die biblische Darstellungsweise von Gott darbietet. Die Gottheitist allerdings unkörperlich wie unendlich, thut nichts Körperliches undwird vom Körperlichen nicht berührt. Aber die Sesirot, da sie nebender unendlichen noch eine endliche, gewissermaßen körperliche Seitehaben, können auch körperliche Funktionen üben und mit Körperlichemin Verbindung treten.

Die Kabbala geht in ihrer Phantasterei noch weiter. Die siebenniederen Sesirot haben sich in den biblischen Patriarchen und in be-sonders frommen Männern concentrirt oder verleiblicht. So habesich die Liebe in Abraham, die Strenge in Isaak, die Schönheit inJakob, die siebente Sefira in Mose, die achte in Aaron, die neuntein Joseph, die zehnte in David verkörpert. Die Sesirot bilden denThronwagen Gottes Mkrüada,), und davon sage die Agada aus,dieVäter bilden den Cherubthron Gottes".

Wie ihre Geisteswelt, so ist auch die Schöpfungstheorie derKabbala phantastisch. Gott oder der En-Sof habe die sichtbare Weltnicht unmittelbar, sondern lediglich vermittelst der Sesirot geschaffen.Alle Dinge, nicht blos die Gattungen, sondern auch die Einzelwesenin der niederen Welt haben daher ihre Urbilder (vuAwa, Osplms,Typus) in der höhern, so daß nichts hienieden gleichgültig sei, sondernalles eine höhere Bedeutung habe. Das ganze Weltall gleiche einemast- und blattreichen Riesenbaum, dessen Wurzeln die Geisteswelt derSesirot bilde; oder es sei eine enggeschlossene Kette, deren letzter Ringan der obern Welt hange, oder ein großes Meer, das aus einer sichewig ergießenden Quelle sich stets fülle. Namentlich ist die menschlicheSeele eine volle Bürgerin der höheren Welt und stehe mit allenSesirot in unmittelbarer Verbindung. Sie vermöge daher auf die-selben und auf die Gottheit selbst einzuwirken. Vermöge ihres sittlichenund religiösen Verhaltens könne die Seele die Segensspende vonSeiten der Gottheit durch die Mittelwesen und die Kanäle fördernoder hindern. Durch ihre guten Handlungen bewirke sie die un-unterbrochene Gnadenströmung, durch ihre schlechten die Versiegungderselben.

Namentlich sei das Volk Israel dazu berufen, die Gnadenfülleund also die Erhaltung der Welt zu fördern. Dazu habe es die