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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Die Sefirot.

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ihren Einfluß auf die Seelenwelt und die sittliche Weltordnung.Die erste Sefira dieser Gruppe bildet die unendliche göttlicheLiebe (Okesaä), die zweite die strenge göttliche Gerechtigkeit, dierichtende zermalmende Kraft (Kedurab. ikuolmä), und die drittedie Vermittelung beider Gegensätze, die Schönheit (Dikerst). Die dritteGruppe wirkt auf die sichtbare Welt, auf die Natur. Die ersteSefira dieser Gruppe bilde die Festigkeit (dlsrmeb), die zweite diePracht (Hoch Form?) und die dritte die Vermittelung beider Gegensätze,den Urgrund (llosoä). Neun Sefirot hätten demgemäß genügt; die Kab-bala wollte aber die Zehnzahl festhalten, sie war ihr zu wichtig. Diezehn Gebote, die zehn Aussprüche, vermöge welcher die Agada die Welterschaffen werden läßt, die Zehnzahl der Sphären, welche Tiefe ließsich darin finden! Das alteBuch der Schöpfung" hat schon zehnSefirot, wenn es auch darunter zunächst Zahlen versteht, und Jbn-Esra hatte mit der Zehnzahl mathematisch-mystische Spielerei ge-trieben. Die Kabbala durfte sie nicht fahren lassen, konnte aber diezehnte geistige Potenz in der Gruppirung, selbst wenn sie noch sosehr auf strenge Gedankenmäßigkeit verzichten wollte, nicht passendunterbriugeu und zerfiel von Hause aus in eine Verschiedenheit derAuffassungsweise. Einige zählten den En-Sof mit, so daß es, genaugenommen, nur neun Sefirot gäbe. Andere nahmen noch eine zehntedazu, in welcher die Eigenthümlichkeiten aller übrigen concentrirtseien. Sie nannten diese die Herrschaft (Mulebut) und wolltendamit die Vorsehung oder die versichtbarte Gottheit (Seboolüuab)bezeichnen, welche unter Israel weile, es auf allen seinen Wanderungenund Verbannungen begleite und es schütze. Straffes Denken ist nichtSache der Kabbala, sie begnügt sich mit Phantasiebildern und Namen,wenn sie auch noch so begriffsleer sind.

Mit dieser Zehnzahl der Sefirot treibt sie nun eine willkürlicheSpielerei. Sie theilt sie in die drei oberen und sieben unteren undunterscheidet noch drei oder vier mittlere (Krone, Schönheit, Grundund Herrschaft), welche sie die mittlere Säule (Lmwuä Lm^sl^)nennt. Die Ueberleitung der Gnadenspende von Gott durch diegeistigen Potenzen zur sichtbaren Welt denkt sie sich vermittelst Kanäle(Lillorot^), deren sie zwölf aunimmt.

Mittelst der Sefirot vermöge Gott sich sichtbar zu machen oderauch sich zu verkörpern. Wenn es nun in der heiligen Schriftheißt: Gott sprach, stieg auf die Erde herab, stieg hinauf, so dürfedas nicht, wie die Buchstabenknechte, wie die Agadisten meinen, von

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Graetz, Geschichte der Juden. VII.

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