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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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64 Geschichte der Juden.

sich vielmehr den Schöpfungsakt auf eine ganz andere Weise vergegen-wärtigen. Der Eu-Sof habe vermöge seiner unendlichen Lichtfülleeine geistige Substanz, eine Kraft, oder wie mau es sonst nennenwill, aus sich ausgestrahlt, die, als direkt von ihm stammend, anseiner Vollkommenheit und Unendlichkeit Theil hat. Andererseitskönne diese Ausstrahlung oder Ausströmung dem Eu-Sof, ihrem Er-zeuger, nicht in allen Punkten gleich sein: denn sie ist nicht mehr dasUrsprüngliche, sondern ein Abgeleitetes. Die dem En-Sof entströmtePotenz ist daher ihm nicht gleich, sondern nur ähnlich, d. h. siehat neben der unbeschränkten auch eine beschränkte Seite. Die Kabbalanennt dieses erste Geisteskind des En-Sof die erste Sefira^), wobeisie zugleich an Zahl und an Sphäre gedacht haben mag. Dieserersten geistigen Potenz entstrahlt wieder eine zweite Kraft, und dieserwieder eine dritte, so daß sich im Ganzen zehn geistige Sub-stanzen oder Kräfte oder Mittelwesen oder Organe (in dieserUnbestimmtheit sind sie gehalten) offenbart hätten oder in Wirksamkeitgetreten seien. Diese zehn Potenzen nennt die Kabbala die zehnS e f i r o t.

Die zehn Substanzen bilden unter einander und mit dem En-Sof eine strenge Einheit und stellen nur verschiedene Seiten (oderGesichter) eines und desselben Wesens dar, wie etwa das Feuerzugleich Flamme und Funken erzeugt, die, obwohl dem Auge ver-schieden erscheinend, doch ein und dasselbe bedeuten. Die zehn Sefirot,die sich von einander wie die verschiedenen Farben desselben Lichtesunterscheiden, sind als Ausflüsse der Gottheit an sich unselbstständigund demnach beschränkt. Nur insofern der En-Sof ihnen Kraftfüllespendet, können sie unendlich wirken. Diese ihre Wirksamkeit zeigtsich zunächst darin, daß sie die Seelen- und Körperwelt schaffen undzwar in ihrem Ebenbilde. Dann erhalten sie die Welt, mit der siein einigem Zusammenhänge stehen, fortwährend und führen ihr be-ständig die Gnadenspende göttlichen Lebens zu.

Die Gesammtheit der zehn Sefirot läßt die Kabbala in dreiGruppen zu je drei zerfallen. Die erste höchste Gruppe hat ihreWirkung zunächst auf die Geisteswelt; es sind: das unerforsch-lich Hohe oder die Krone (Knm-Asla, Letsr), die schaffendeWeisheit (Llioobma) und der empfangende Geist (Linallj. Vonder ersten Sefira geht die Gotteskraft aus, von der zweiten die Engel-wesen und auch die Offenbarung des Judenthums (die Thora), vonder dritten die prophetische Anregung. Die zweite Gruppe habe

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