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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Die Kabbala.

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Ideen enthalten, welche Himmel und Erde, die Geister- und Körper-welt umspannen. Die Kabbala ist eine Tochter der Verlegenheit; ihrSystem war ein Ausweg, um aus der Klemme zwischen dem naiven,plumpen, anthropomorphistischen Buchstabenglauben und der maimu-nischen Verflachung herauszukommen.

Die Geheimlehre, zuerst vollständig von dem Zwillingspaar Esraund Asriel entwickelt, stellt daher eine, man kann nicht sagen neue,aber jedenfalls eigenartige Religionsphilosophie oder richtiger Theo-sophie auf, die, von einer Unbegreiflichkeit zur anderen fortschreitend,sich zuletzt in die Nebelregion versteigt, wo alles Denken aufhörtund selbst die Phantasie ihre Flügel sinken lassen muß. Sie ging voneinem Pnnkte aus, dem die damaligen Denker unbedingt zustimmten,zog aber daraus kühne Folgerungen, welche ihr Grundprincip wiederumstießen. Die Einheit verwandelte sich so unter der Hand in eineVielheit, die Geistigkeit in plumpe Handgreiflichkeit, der geläuterteGlaube in wüsten Aberglauben. Die ursprüngliche Kabbala stelltefolgende Lehrsätze auf: die Gottheit ist erhaben über Alles, selbst überSein und Denken. Man dürfe daher nicht von ihr aussagen, daßsie Sprache oder Thun, und ebenso wenig, daß sie Gedanken, Willenund Absicht habe. Alle diese Eigenschaften, die den Menschen zieren,laufen auf Beschränktheit hinaus und die Gottheit ist nach jeder Seitehin unbeschränkt, weil vollkommen. Nur dieses einzige Attribut, dieUnbeschränktheit und die Unbegrenztheit, läßt sich von ihr aussagen.Die Kabbala legte daher Gott den Namender Unbeschränkte oderUnendliche" (hebr. Ln-8okZ bei; das war ihre erste Neuerung. Indieser seiner unfaßbaren Allgemeinheit ist Gott oder der En-Sof un-erkennbar verborgen, verhüllt und demnach gewissermaßen nichtseiend. Denn das, was nicht von dem denkenden Geist erkannt undbegriffen werden könne, sei für ihn nicht vorhanden. Das allgemeineSein, das En-Sof, gleiche daher dem Nichts (^jin^). Um also seinDasein zu bekunden, mußte er sich oder wollte er sich offenbar underkennbar machen; er mußte wirksam sein und schaffen, damit seineExistenz in die Erkenntniß trete.

Aber die niedere Welt in ihrer Gedrücktheit und Hinfälligkeitkönne der En-Sof nicht hervorgebracht oder geschaffen haben, denndas Unbegrenzte und Vollkommene könne nicht das Begrenzte undUnvollkommene in direkter Weise Hervorbringen. Die Gottheit dürfealso nicht als unmittelbarer Weltschöpfer angesehen werden; man müsse

*) xn. Schon die Wortbildung verräth die Jugend.