Mose aus Coucy.
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Salomo's Versuch, deu freien Geist der Forschung auf religiösemGebiete durch Gewaltmittel zu bannen, war gescheitert und hatte einklägliches Ende genommen. Da versuchte ein anderer französischerRabbiner von mildem Charakter und sanfter Religiosität einen andern Wegeinzuschlagen, der ihm besser gelang. Jener Mose aus Coucy (o. S. 48),der, obwohl an der tossafistischen Richtung groß gezogen, Hoch-achtung für Maimuni hatte, unternahm es, deu geschwächten Glaubenin der Provence und Spanien durch Predigten und eindringliche Er-mahnungen wieder zu kräftigen. Ohne Zweifel wurde Mose ausCoucy zu diesem Versuch durch das Beispiel der Predigermönche an-geregt, welche deu Unglauben an die römische Kirche durch Predigtenvon Ort zu Ort überwinden wollten und zum Theil überwanden.So machte auch der Rabbiner aus Coucy Rundreisen in den GemeindenSüdfrankreichs und Spaniens (1235) und wurde daher „der Prediger"genannt i). Aber welch ein Unterschied zwischen dem jüdischen Gesetzes-lehrer und dem katholischen Predigerorden! Jener trat in wahrhafterHcrzenseinfalt auf, ohne ehrgeizige Hintergedanken, mit Milde auf deuLippen und Milde im Herzen. Die Dominikaner dagegen stellten ihreDemuth und Armuth, hinter welcher der Hochmuthsteufel lauerte, nurzur Schau; sie schmeichelten in ihren Predigten ihren Gönnern unddemüthigten ihre Gegner schonungslos, erschlichen Erbschaften undfüllten ihre Klöster mit Schätzen, hegten einen blutigen Fanatismusund strebten nach Macht und Einfluß ^).
Es gelang auch Mose aus Coucy, viele Tausende, welche sichüber manche Ritualien (Tatiliin) hinweggesetzt oder sie nie beobachtethatten, zur Reue und Buße zu bewegen und für die Ausübung der-selben zu gewinnen 2). In Spanien setzte er es sogar durch, daßsolche, welche Mischehen mit Christinnen oder Mohammedanerinneneingegangen waren, dieselben auflösten und sich von den fremden Frauentrennten (1236Z. Freilich bewirkten nicht blos seine Predigten, sonderndie abergläubische Furcht vor bösen Träumen und außerordentlichenHimmelserscheinuugen, von welcher damals Juden und Christen befallenwaren, diese plötzliche Bekehrung ^). Mose aus Coucy predigte in-
In einem hebräischen Codex der Leipziger Bibliothek, Katalog Nr. 17wird er iwiin genannt.
2) So schildert die Dominikaner der Zeitgenosse Matthäus Paris in seinerbistoris, raasor all. an. 1243. x. 649, und Petrus de Vineis, GeheimsekretärFriedrich II, in den sxistolas I,. I. Ho. 37.
2) nwr> iso — Lsras-Z: Gebote Nr. 3 Ende.
Das. Verbote. Note 112. Ende,ö) Das. Gebote Nr. 3.