die Brüder Bachiel und Salomo Jbn-Alkonstantini, beliebt waren (o. S. 45),war zugleich Besitzer der Stadt Montpellier, die er von seiner Muttergeerbt hatte. Sicherlich haben es die gegen Salomo empörten BrüderAlkonstantini nicht an Bemühungen fehlen lasse», ihren leidenden Ge-sinnungsgenossen in Montpellier Hilfe zu bringen. Im Herbste (1234)war der aragonische König Jayme in Südfrankreich, nach einigen Nach-richten selbst in Montpellier ^). Vermnthlich hat er ans eifriges Bittenseiner jüdischen Günstlinge den Proceß in Montpellier streng unter-suchen lassen, wodurch die fanatischen Verleumder entlarvt worden seinmögen. Was aus Salomo, dem Urheber aller dieser Vorgänge,geworden ist, bleibt dunkel. Mit einer gewissen Schadenfreude be-trachteten die Maimunisten die harte Strafe ihrer Gegner in Mont-pellier. Ein Dichter, wahrscheinlich Abraham b. Chasdai, machteein Epigramm darauf, das bald in Aller Munde war:
Gegen den Führer zur Wahrheit
Erhob eine Lügenrotte die Stimme.
Die Strafe ereilte sie.
Ihre Zunge richtete sich gegen den Himmel.
Nun liegt sie im Staubes.
Mit diesem tragischen Ausgange hatte der Streit noch immerkein Ende. Die Parteien waren mehr denn je gegen einander erbittert.Man enthüllte Familiengeheimnisse, um einander Makel anznheften ^).So groß war noch die Furcht vor den gegenmaimunischen Angebernin Montpellier, daß einige Männer, welche über diese Vorgänge einenBericht an Abraham Maimuni nach Kahira erstatteten, ihn angingen,ihre Namen nicht zu verrathen ^).
Als Abraham Maimuni mit Entsetzen die Anfeindungen gegenseinen Vater und die traurigen Folgen des ausgebrochenen Streiteserfuhr (Januar 1235), verfaßte er eine kleine Schrift darüber, unterdem Titel: „Kampf für Gott" (Llilobamot), um die Angriffe auf dieGläubigkeit seines Vaters zu entkräften und das Verfahren seinerGegner zu brandmarken. Diese Schrift, in Form eines Sendschreibensan Salomon b. Ascher (in Lünel?) gerichtet, rechtfertigt das mai-munische System mit maimunischen Gründen und hat, außer dengeschichtlichen Nachrichten, keinen besonderen Werth.
U Vergl. Baisette, llistoirs Asusrals äs UanFusäoe III, x. 398.
") Abraham Maimuni a. a. O. Hille: von Verona; vergl. Ollsuräs. ds-uuss, Einleitung x. XXIV. Note. Der letzte Vers dieses Epigramms ist einegelungene Anwendung eines Psalmverses: pona H.-m mowo 1,02-.
dbsniäs, dsuusa Einl. p. XXV. Note.
Abraham Maimuni a. a. O. Ende.