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Geschichte der Juden.
Übertragung des „Führers" iu's Hebräische, indem er dadurch dennicht immer unverfänglichen Gedanken eine größere Verbreitung ver-schafft habe.
Indessen zeigte sich doch die Sympathie der angesehenen Per-sönlichkeiten Alfachar, Nachmani und Mcir Abulafia für Salomovon geringer Wirkung für dessen Streitsache. Die öffentliche Stim-mung in seiner Heimath und in Spanien war gegen ihn eingenommen.Die französischen Rabbinen, auf deren Beistand er am meisten gerechnethatte, zogen sich immer mehr von einer Streitfrage zurück, derenTragweite sie erst später erkannten, und die für die Betheiligtengefährlich zu werden drohte. Einer von Salomo's treuen Verbündeten,David b. Saul, sah sich sogar veranlaßt, um die öffentlicheMeinung nicht gegen sich zu haben, eins anstößige Behauptung zuwiderrufen oder wenigstens als Mißverständniß abzuschwächen. Ineiner eigenen Schrift verwahrte er sich und seinen Meister dagegen,als dächten sie sich die Gottheit mit Gestalt und Gliedern versehen,wenn auch der Wortlaut der Schrift und der Agada dafür spräche.Was er aber auf der einen Seite wieder gut machen wollte, verdarber auf der andern, indem er Gewicht auf die Behauptung legte, Gottsitze auf einem Thron im Himmel, und eine dunkle Scheidewand trenneihn von den Geschöpfen Z. Durch solche schroffe, ungeschickte Oppo-sition gegen die Anschauung der Gebildeten entfremdete sich diesePartei selbst solche, welche die Ansicht von der Gemeinschädlichkeit dermaimunischen Schriften theilten. Wenn Salomo von Montpellierklagte: daß außer seinen zwei Jüngern Niemand ihm zur Seitestünde 2), so hatte die Ungeschicklichkeit Schuld daran, mit der er seineSache führte. So von Allen verlassen und in seiner eigenen Gemeindeauf's Heftigste angefeindet, entschloß er sich zu einem Schritte, dernicht blos für seine Partei, sondern auch für die Gesamnitjudenheitvon traurigen Folgen war.
Der Papst Gregor IX., welcher den Rest der albigensischen Ketzerin der Provence mit Stumpf und Stiel vertilgen lassen wollte, setztegerade in dieser Zeit die permanente Inquisition ein (April 1233>und bestimmte dazu die wüthenden Dominikaner-Mönche als Ketzer-richter, weil die Bischöfe, die bis dahin mit der Verfolgung derAlbigenser betraut waren, ihm nicht streng genug zu verfahrenschienen. In allen größeren Städten Südfrankreichs, wo es Domini-kaner-Klöster gab, auch in Montpellier, entstanden Blutgerichte, welche
*) Abraham Maimuni Nilobaraob x. 25 f.
2) Das.