Jehuda Alfachar.
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er Kimchi Anfangs gar nichts erwidern mochte, und als er sich end-lich dazu entschloß, behandelte er ihn in seinem Antwortschreiben inso wegwerfender Weise, daß die Maimunisten, die von Toledo ansUnterstützung erwartet hatten, darüber ganz verblüfft waren. Weit ent-fernt, Salomo und seinen Anhang wegen ihres Schrittes zu ver-dammen, müsse er sie Hochpreisen, bemerkt Alfachar, daß sie gewagthaben, für Gott zu eifern und gegen die Gesetzverächter aufzutreten.Ueber Maimuni's „Führer" wolle er sich nicht aussprechen, Schweigensei doppelt so viel werth als Sprechen. Er ermahnte zuletzt Kimchi,den ausgebrochenen Zwiespalt in den Gemeinden wieder auszugleichen.
Statt anzugreifeu, mußte sich jetzt Kimchi in dem zweiten Send-schreiben an Alfachar auf eine Vertheidiguug beschränken, daß er unddie provenzalischen Anhänger Maimuni's nicht zu den Gesetzesübertreterngehörten, daß sie vielmehr den Talmud theoretisch und Praktisch an-erkannten. Sie könnten den Talmud für ihre religiöse Gesinnunggetrost zum Schiedsrichter anrufen und würden von ihm gerechtfertigtwerden. Dieses Schreiben ist auch mehr thränenreich als überzeugendgehalten und gab Alfachar Veranlassung zu einem zweiten Antwort-schreiben, das geharnischt auftritt und das Beste ist, was jene reich-haltige Streitschristen-Literatur, welche, für die Oeffentlichkeit bestimmt,große Verbreitung fand, zn Tage gefördert hat. Alfachar sprachsich darin mit Entschiedenheit gegen das maimunische Versöhnnngs-system aus. Dasselbe will zwei unverträgliche Gegensätze, die griechischePhilosophie und das Judenthum, wie ein „Zwillingspaar" eng ver-binden. Aber sie können sich nicht mit einander vertragen. Die Thorakönne zu ihrer Gegnerin sprechen: „Dein Sohn ist todt, und der meinelebt." Die Philosophie, die sich aus Folgeruugssätzen aufbaut, geratheleicht in sophistische Trugschlüsse, sei daher nicht mit der Gewißheit,welche die Offenbarung gewähre, zusammenzubringen. Gegen Maimuni'sArt, die Wunder zn natürlichen Vorgängen herabzudrücken, zeuge derunverfängliche Schriftsinn entschieden. Sprach sich doch Maimuni dar-über offen aus, daß er die deutlich in der Schrift ausgesprocheneSchöpfung aus Nichts umdeuten wollte, wenn die Urewigkeit der Weltphilosophisch erwiesen wäre, obwohl die Heiligkeit des Sabbats aufdiesem religiösen Lehrsätze beruhe. Gewiß enthalte der „Führer"vortreffliche Gedanken, aber auch verderbliche, und es wäre besser, erwäre gar nicht verfaßt worden. Gegen Maimuni's Frömmigkeit seinichts einzuwenden, aber er könne doch als Mensch gefehlt haben.„Ihr aber, seine Verehrer, stellt ihn über die Propheten;" dies seinicht recht und wäre von ihm selbst sehr mißfällig ausgenommenworden. Die Hauptschuld trage Samuel Jbn-Tibbon durch seine
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