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Geschichte der Juden.
astronomisch zn begründen. Der große Lehrer Samuel äußerte vonsich: „ihm seien die Sternenbahnen ebenso bekannt, wie die Gassenseines Geburtsortes." Aus all diesem ginge hervor, daß es einereligiöse Pflicht sei, sich allgemeine Kenntnisse anzueignen. Und nuntreten drei Verderber und Volksverführer ans, schwächen den Ruf desgroßen Maimuni, wollen die Gemeinden in's Dunkel führen und ver-bieten das Lesen seiner philosophischen Schriften und das Erlernenvon Wissensfächern überhaupt." Bachtel Jbn-Alkonstantini, als dereinflußreichste Mann Aragoniens, forderte seinerseits in einem Be-gleitschreiben die Gemeinden auf, gegen diejenigen entschieden auf-zutreten, welche nicht an Gott und seinen Diener „Mose" (Maimuni)glauben. — In Folge dessen stimmten die vier großen GemeindenAragoniens, Huesca, Monzon, Calatajud und Lerida mit derSaragossaner Gemeinde überein, Salomo und seine zwei Helfer inden Bann zu legen. Sie erklärten ausdrücklich, daß sie es in Folgeder eindringlichen Aufforderung der zwei großen Brüder Bachiel undSalomo thäten. ,
Die Augen der Maimunisten und ihrer Gegner waren aberauf die Gemeinde Toledo gerichtet, welche die größte, reichste, an-gesehenste und gebildetste in Spanien war. Ihre Entscheidung warim Stande, das Zünglein an der Wage nach der einen oder andernSeite neigen zu machen. Hier führte die Hauptstimme Jehnda b.Joseph aus der hochangesehenen Familie Jbn-Alfachar, der ver-mnthlich Leibarzt des Königs Ferdinand III. war. Dieser hatte sichbisher weder auf Nachmani's, noch auf der Provenzalen Auf-forderung vernehmen lassen, sondern ein kluges Schweigen beobachtenDafür hatte der eifervolle Rabbiner Toledo's, Meir Abnlafia Halevi,der alte Gegner der maimunischen Richtung, seine Stimme lauterhoben. Er beantwortete das Sendschreiben Nachmani's und derGemeinde Gerona, sie mögen darüber beruhigt sein, daß er und seineFreunde den „Gesetzesverächtern der Provence" etwa ihr Ohr leihenwürden. Zwar gebe es in der Toledaner Gemeinde nicht wenige,welche sich in Maimuni und seine philosophischen Schriften verliebthaben. Ihren Sinn zn ändern, vermöge er keineswegs. Solltendiese sich aber gegen Salomo von Montpellier aussprechen, so werdeer sich von ihnen vollständig lvssagcn und keine Gemeinschaft mitihnen Pflegen. Er halte Salomo's Auftreten für eine verdienstvolleThat: daß er diejenigen, welche sich unter Maimuni's Fahne schaarten,die Religion in die philosophische Gotteserkenntniß setzten, die reli-giösen Pflichten aber gering achteten, mit dem Bann belegt habe.Denn wenn auch der Verfasser des großartigen Gesetzescodex gläubig