Nachmani oder Bonastrüc de Porta.
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Hauptlehrer war Juda b. Jakar*), ein namhafter Talmudist undein Anhänger der jungen Kabbala, der seinen Jünger dafür empfänglichmachte. Salomo von Montpellier war sein Jugendfreund. SeinVorbild, dem er nacheiferte, war Alfaßi, dem Alles, was nicht an denTalmud anstreift, fremd war.
Schon in der Jugend war das Talmudstudium und die Ehren-rettung angegriffener Autoritäten Nachmani's Lieblingsbeschäftigung.Etwa im fünfzehnten Lebensjahre (1210) arbeitete er einige talmu-dische Partien von praktisch-religiöser Bedeutung aus, ganz nachAlfaßi's Muster und sogar in dessen Style. In einem vorangeschicktenchaldäischen Gedichte entschuldigt Nachmani seine Kühnheit, daß er,ein Jüngling, sich an solche hohe Dinge wage: „Dem Himmel ist esleicht, auch dem Unreifen an Jahren Ernst und Würde zu verleihen" ^).
In diesen Abhandlungen zeigt er eine so erstaunliche Vertraut-heit mit dem Talmud, daß man sie, wenn es nicht bezeugt wäre,keineswegs für eine Jugendarbeit erkennen würde; sie tragen denStempel vollendeter Reife, beherrschen den Gegenstand und offenbarendurchdringenden Verstand. Nicht weniger großartig in ihrer Art istseine zweite Jugendarbeit, worin er Alfaßi's talmudische Entschei-dungen in Betreff der civil- und eherechtlichen talmudischen Tractategegen die Angriffe des Serachja Halevi Gerundi (Bd. Vl.z S. 216)zu rechtfertigen suchte fLIilobmmot). Er scheute keine Mühe, sich dazudie besten Handschriften von Alfaßi's Werk zu verschaffen, um alleEinwürfe gegen ihn entkräften zu können. In seiner Jugendhitze undin seinem Eifer für seinen Liebling, „den großen und heiligen LehrerAlfaßi", verfuhr Nachmani schonungslos gegen Serachja, obwohl dieserals eine Größe im talmudischen Fache galt. Auch dieses Werk be-kundet, daß der Verfasser auf „dem Meere des Talmud" mit sichererHand zu steuern vermochte und mit den Untiefen und Klippen ver-traut war. Er rechtfertigte auch Alfaßi's Arbeiten gegen die Auf-stellungen des nicht minder bedeutenden Abraham b. David (Vl.z 225).Im reiferen Alter, als er diese Arbeit auch für die übrigen Tractatefortsetzte, bereute Nachmani mit liebenswürdiger Demuth seinen Jugend-ungestüm gegen Serachja und behandelte ihn glimpflicher. Er warüberhaupt eiue selbstlose Persönlichkeit, fern von jeder Streitsucht undRechthaberei.
In den zwanziger Jahren (1217 — 23) hatte Nachmani bereitsmehrere talmudische Tractate commentirt und setzte diese Thätigkeit
*) Note 2.
°) Chaldäisches Gedicht als Einleitung zu dessen Uilollot Lsollorod; Note 2.