Druckschrift 
7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

Die Partei der Maimunisten und Antimaimunisten. 29

verständlich den talmudischen Spruch darauf an:Haltet eure Kindervom Nachdenken fern" Auch denkende und philosophisch gebildeteMänner erkannten es, daß Maimuni in seinem Bestreben, die Religionmit der Zeitphilosophie zu versöhnen, die erstere der letzteren unter-geordnet und die Herrin über die Gemüther zur Sklavin gemacht habe.Glaubenssätze und Bibelverse, die sich philosophisch nicht rechtfertigenlassen, haben nach dem maimunischen System keinen Werth. Wollteer ja selbst die Schöpfung aus Nichts, den Grundzug des Judenthums,aufgeben, wenn der philosophische Gedanke das Gegentheil zu beweisenim Stande wäre. Solche Aussprüche mußten ihm Gegner erwecken.Diese fanden Maimuni's Schriften als höchst gefährdend für denGlauben, die, wenn sie auch einerseits dessen Grundbau zu befestigenscheinen, ihn andrerseits erschütterten ^). Wunder erkannte Maimuni'sLehrsystem nicht durchweg an, suchte sie vielmehr möglichst auf natürlicheVorgänge zurückzuführen, und die Verse, welche dafür sprechen,rationell zu deuten. Die Prophetie und das unmittelbare Verkehrenmit der Gottheit, wie es die heiligen Schriften aufstellen, ließ Mai-muni nicht gelten, sondern erklärte sie als seelische Vorgänge, alsWirkungen einer erregten Phantasie oder als TraumerscheinungenSeine Unsterblichkeitslehre stand nicht minder im Widerspruche mitdem Glauben des talmudischen Judenthums. Sie leugnet das Daseineines Paradieses und einer Hölle, läßt die geläuterten Seelen in denUrgeist eingehen, das heißt darin aufgehen und verschwinden, und diean der Sinnlichkeit haftenden Seelen der Sünder einfach untergehen.Seine Auffassungsweise vieler Ceremonialgesetze erregte besondersWiderspruch, weil diese dadurch ihren dauernden Werth verlieren undnur zeitweise Bedeutung Habens. Und nun erst die Art und Weise,wie sich Maimuni über die Agada, einen Bestandtheil des Talmuds,aussprach, daß er sie entweder umdeutete oder, wo sie ihm zu derberschien, wegwerfend behandelte, das war in den Augen nicht bloßder Stocktalmudisten, sondern auch mancher Gebildeteren ein ketzerischerAngriff auf das Judenthum, den sie energisch zurückschlagen zu müssenglaubten.

si Jakob Anatoli in Nuliusä Einleitung: ii2°,i> i2i> in°,2 11112 iin an 221

^N N111 112i>1 II 22'1' ,1110.1 1112 2'^V1^ ll'lpwl IHN inr-i>2 NIN2211 11221

11'IIIV 12 PI 11211 12 2222 P12 i>"I ,112Nl!- 122 21'12li> 2P2 221111, 1111 22 211121' 1221 112^i> NlL».

°) Jehuda Alfachar im Sendschreiben an Kimchi: iipvi, -121 1221 >ni 2 ii-ni^21 in. Meir Abulafia im Sendschreiben an Nachmani: 1112 12 ') iipii 1111

,1'IIINS 1SP221 111 '2'1V 1PI12 (2'2121.

°) Jehuda Alfachar's zweites Sendschreiben.

Abraham Maimuni in ülilclluiQob: x. 24 . (11112 i2i>L- '1 '1212) 11212 121

12P2 22121 21'N (22211 11Ü2 '2?2) 2'2>"21 PINL'.