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Geschichte der Juden.
diplomatischen Sendungen zu verwenden und das so ärgerliche gefahr-volle Beispiel für die Christenheit abzustellen *). Wie wenig kannteder Papst die unerschütterliche Treue der Juden gegen ihre Landes-herren und ihre Liebe zum Geburtslande! Weit entfernt, das ihnengeschenkte Vertrauen zu mißbrauchen, wandten die jüdischen Botschafteran fremden Höfen allen Eifer an, um ihren Auftrag zu einem er-sprießlichen Ende zu führen. Allein es war einmal seit Jnnocenz III.Grundsatz der Kirche, die Juden zu entehren und zu demüthigen.Obwohl Honorius das Tragen des Judenfleckens den Juden Aragonienserlassen hatte, bestand er doch darauf, daß die Von England nicht da-von befreit werden sollten (1221 ^).
Hier herrschte nach dem Tode des wahnsinnigen Tyrannen Johannohne Land während der Minderjährigkeit seines Sohnes Heinrich III.der von Jnnocenz eingesetzte Erzbischof von Canterbury, StephanLang ton. Dieser entfaltete seine Macht, als wenn er Träger derKrone wäre. Auf dem Concil zu Oxford, das er zusammenberief(1222), wurden auch einige Paragraphen zur Demüthigung der Judenerlassen. Sie sollten keine christliche Dienerschaft halten und keineneue Synagoge bauen dürfen. Sie sollten gehalten sein, den Zehntenvon ihrer Ernte und die Geistlichensteuer, wie es das Lateran-Concilbestimmt hat, zu leisten. Vor allem aber sollten sie das brandmarkendeAbzeichen zu tragen gezwungen werden, einen wollenen Streifen ander Brust von anderer Farbe als das Kleid, von vier Finger Längeund zwei Breite. Tie Kirchen dürften sie nicht betreten und nochweniger, wie es bis dahin Brauch war, ihre Schätze in Kirchen zurSicherheit vor räuberischen Ueberfällen des Adels und des Pöbelsniederlegen 3). Diese Beschränkungen wurden den englischen Juden alsStrafe aufgelegt, weil sie sich Ungeheuerliches hätten zu Schuldenkommen lassen und sich undankbar erwiesen hätten^). Worin aber ihrVerbrechen bestand, wird nicht angedeutet. Ist ihnen vielleicht der Vor-fall zur Last gelegt worden, daß in England in demselben Jahre einDiaconus zum Judenthume übergetreten war? Später veranlaßt«:ein solcher Uebertritt die Vertreibung der Juden aus England. Dies-mal wurde der Diaconus einfach wegen seines Abfalls auf demScheiterhaufen verbrannt ^). Die Kirche kannte damals kein wirksameres
>) Das. Uo, 49.
2) Das. zum Jahre 1221. Uc>. 48.
b) Oonoilluiu Oxouisuss bei Nausl Qonoilla g?. XHI x. 1172 f.
Das. Oauon 29. sb guouiam supra sba-imbs, juris uon liabsaub s.uobi8 kovvri söuäasi), utpobs gui ^>sr uiulbs, suorrnia. bis äisbusLowinissa xrobauimr nobis iuZrati.
Das. x. 1168.