Der Judenflecken.
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lousaner Gemeinde, das Christenthum anzunehmen und sahen dem Todestandhaft ins Auge. Nur siebenundfünfzig Personen waren schwachgenug, sich die Taufe gefallen zu lassen. Als aber Simon von Mont-fort diese ungerechte Judenverfolgung von Seiten seiner Frau erfuhr,befahl er, die Gefangenen zu befreien und sie ihre Religion frei be-kennen zu lassen. Die Freude der Unglücklichen bei der Kunde vondieser Erlösung (1. Ab — 7. Juli) war groß, aber sie war mitWehmuth gemischt, denn die einmal getauften Kinder sollten ihrenEltern nicht zurückgegeben werden; so hatte es der Cardinal-LegatBertrand bestimmt^).
Derselbe schärfte auch das Tragen des jüdischen Abzeichens ein.Indessen kam wieder Gegenbefehl vom Papst, nicht allzu streng daraufzu halten, ohne daß man weiß, woher der für die französischen Judengünstige Wind wehte. — In Aragonien erlangten die Juden dieselbeFreiheit von der Belästigung des Judenfleckcns durch den unermüdlichenZag (Isaak) Benveniste, Leibarzt des Königs Jayme I. (Jakob).Dieser hatte nämlich dem Könige so viel Dienste geleistet, daß er mitZustimmung der Bischöfe des Landes ihn dem Papste eindringlichempfohlen und für ihn eine Anerkennung von Seiten des päpstlichenStuhles bewilligt wünschte. Honorius ging merkwürdiger Weise daraufein und sandte Isaak Benveniste ein Diplom zu, daß er in An-erkennung seiner Verdienste, „weil derselbe sich vom Wucher fernhalteund den Katholiken eifrig beistehe, auf keine Weise gekränkt werden"sollte. Seinetwegen sollten auch die Juden znm Tragen der Abzeichennicht gezwungen werden (1220^).
Indessen so freundlich sich auch Honorius in diesem Punkte stellte,war auch er weit entfernt, eine Ehrenstellung der Juden gutzuheißeu.In einem Handschreiben desselben Jahres ermahnte er den KönigJayme von Aragonien, daß er den Juden ja nicht einen Gesandtschafts-posten an einem mohammedanischen Hof anvertrauen möge. Denn essei nicht wahrscheinlich, „daß diejenigen, welche den christlichen Glaubenverabscheuten, sich den Bekennern desselben treu erweisen würden".In diesem Sinne schrieb der Papst auch an den Erzbischof von Tarra-gona, an die Bischöfe von Barcelona und Jlerda, daß sie den Königvon Aragonien bearbeiten, und an die Kirchenfürsten von Toledo,Valencia, Bnrgos, Leon und Zamora, daß sie die Könige von Castilien,Leon und Navarra beeinflußen mögen, die Juden durchaus nicht zu
i) Das.
") Honorius' Sendschreiben in Oaronäus llikr^llaläus > o-armlss sools-siastioi zum Jahre t220 lslo. 49. S. B. Vl.z S. 374. Nr. 21. Ueber die Be-freiung der Juden in Castilien vom Tragen des Judenzeichens (im Jahre 1219)vgl. Os los Ilios I S 5S1.