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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Freilich fügten sich die Juden nicht so leicht darein, den ihnenaufgezwungenen Schandflecken zu tragen; namentlich mochten die Ge-meinden Spaniens und Südfrankreichs, bis dahin an eine Ehrenstellunggewöhnt, nicht ohne Kampf zur Niedrigkeit hinabsteigen. Noch hattenbefähigte Juden Einfluß auf die Höfe von Toledo und Saragossa, seies als Gesandte an fremden Höfen, sei es als Schatzmeister (Almoxa-rifen) für die königlichen Kassen. Sie setzten alle Mittel in Bewegung,um den Beschluß, das schändende Abzeichen zu tragen, nicht in Wirk-samkeit treten zu lassen. Als Jnnocenz III. gestorben war (1216) undder verhältnißmäßig milde Papst Honorius III. den Petri-Stuhl bestieg,gaben sich die Juden der Hoffnung hin, dieses kanonische Gesetz rück-gängig machen zu können. Thätig scheint in diesem Sinne gewesenzu sein jener Isaak Benveniste, der sich auch Mühe gegeben, den Schlaggegen die Juden von vorn herein abzuwenden. Es gelang ihnen auch,die Ausführung des kanonischen Beschlusses hinzuhalten. Wenigstenshatte der König Alfonso IX. von Leon die Juden seines Landes nichtdazu gezwungen. Der Papst Honorius war daher genöthigt, denBischof von Valencia und zwei andere Bischöfe zu ermahnen, die Aus-führung jenes Beschlusses durchzusetzen und die Juden von Ehren-ämtern auszuschließen (1217) ^).

Die südfranzösischen Gemeinden sahen daher mit Freuden densiegreichen Fortschritt der Waffen des wiederholentlich gebanntenRaymund VII. von Toulouse gegen das Kreuzheer und Simon vonMontfort, denn an den Sieg der Albigenser war auch ihr Heil ge-knüpft. Der Herzog von Toulouse und seine Barone fuhren nämlichfort, trotz ihres Eides, Juden zu Aemtern zu befördern, weil sie inderen Verwaltung ihren Nutzen erblickten. Wahrscheinlich wegen heim-licher und offener Anhänglichkeit der Juden an Raymund ließ dieGattin Simonis von Montfort, die Gräfin Alice von Montmorency,sämmtliche Juden von Toulouse dessen Ueberwachung ihr anver-traut war sammt Weibern und Kindern verhaften und ließ ihnennur die Wahl zwischen Tod und Taufe (1217) obwohl ihr Gatte, sowie sein Bruder, den Juden vorher Sicherheit des Lebens und Frei-heit des Bekenntnisses zugeschworen hatte ^). Alice befahl zugleich,die jüdischen Kiuder unter sechs Jahren ihren Eltern zu entreißenund Geistlichen zur Taufe und christlichen Erziehung zu übergeben.Das gefühllose Weib achtete in jüdischen Frauen nicht den Mutter-schmerz. Trotzdem weigerten sich doch die meisten Glieder der Tou-

*) Honorius' Sendschreiben in Ls-rouius (Nn^nuläus) nuonlös soels-sinotioi s,ck g.u. 1217. bis. 86.

-Y Vergl. Bd. VI. 2 S. 376. Nr. 25.