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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Uebertreter sei mit dem Bann zn belegen, und der jüdische Beamtesollte so lange von dem Verkehr mit Christen ausgeschlossen werden,bis er seine Function mit Schmach niedergelegt hätte. Das Concilwar aber nicht im Stande, einen auch nur scheinbaren Beleg fürdieses kanonische Gesetz beizubringen; weder die neutestamentlichenSchriften, noch die Kirchenväter, so gehässig sie auch den Juden waren,boten ein Beispiel dafür. Die Lateransynode mußte daher auf dasProvincialconcil von Toledo unter dem ersten katholisch-westgothischenKönig ReccaredZ zurückgehen, um eine so schmachvolle Ausschließungeinigermaßen zn begründen.

Den Gipfelpunkt der Erniedrigung der Juden enthielt aber derBeschluß des Concils, daß die Juden in allen christlichen Ländern zujeder Zeit eine von den Christen unterscheidende Tracht anlegen sollten.Als Grund wurde angegeben, daß in manchen Gegenden, wo Juden(und Mohammedaner) die Landestracht trugen, frevelhafte Mischehenzwischen den Bekennern des Judenthums und Christenthums vorkämen.Sophistisch wurde das Gesetz noch dadurch beschönigt, daß Mose denJuden eine unterscheidliche Kleidung eingeschärft habe. Darum solltenvom zwölften Lebensjahre an jüdische Männer an ihren Hüten undjüdische Frauen an ihren Schleiern ein durch eine besondere Farbekenntliches Abzeichen tragen^). Der Judenflecken ist eine Erfindungdes Papstes Jnnocenz und des vierten allgemeinen römischen Concils.

Eine Erfindung kann man es eigentlich nicht nennen, dennder Papst hatte dieses brandmarkende Zeichen von den fanatischenmohammedanischen Herrschern entlehnt. Der almohadische Fürst derGläubigen von Afrika und Südspanien, Abu-Jussuff Jaknb Almanßur,hatte sogar den Juden seiner Lande, welche den Islam zwangsweiseangenommen hatten, (B. VI.^ S. 293) anbefohlen, eine entstellendeTracht anzulegen: schwere Kleider mit langen Aermeln, welche beinahebis zu den Füßen reichten, und statt der Turbane grobe Schleier vonder häßlichsten Form.Wüßte ich," sprach dieser Fanatiker folgerichtig,daß die bekehrten Juden den Islam mit aufrichtigem Herzen an-genommen haben, würde ich ihnen gestatten, sich mit den Muselmännerndurch Ehebündnisse zu vermischen. Wäre ich überzeugt, daß sie Un-gläubige geblieben sind, so würde ich die Männer über die Klingespringen lassen, ihre Kinder zu Sklaven machen und ihre Güter ein-ziehen. Aber ich schwanke in diesem Punkte; darum sollen sie durcheine häßliche Tracht abgesondert erscheinen." Sein Nachfolger Abn-

') S. B. V.g S. 60.

2) Die Paragraphen oder Canonss des Lateran-Concils die Juden be-treffend bei LIs-nsl a. a. O. M XLII. x. 1055 ff. S. B. VI. z S. 376.