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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Mit Recht waren daher die Juden bei der Nachricht von demZustandekommen eines neuen Concils in größter Bekümmerniß, daßnicht ein neues Joch auf ihren Nacken gelegt würde. Als daher derpäpstliche Legat Petrus von Benevent eine Synode nach Mont-pellier ausgeschrieben (Anfangs 1211) und Geistliche wie Weltlichedazu eingeladen hatte, um den Grafen von Toulouse vollständigseiner Herrschaft zu entkleiden, das ihm geraubte Land Simon vonMontfort zu übergeben und die härtesten Maßregeln gegen den Restder Albigenser zu beschließen, sahen die südfranzösischen Juden darineine große Gefahr für sich und thaten Schritte, um sie womöglich ab-zuwenden. Auf Aufforderung des angesehenen Don Isaak (Zag)Benveniste, Leibarzt des aragonischen Königs ^), kamen aus vielenjüdischen Gemeinden je zwei Deputirte nach Montpellier, um > ihrenEinfluß bei Weltlichen und Geistlichen geltend zu machen, damit nichtneue Beschränkungen gegen sie zu Gesetzen erhoben würden. Und esscheint ihnen gelungen zu sein, die Gefahr zu beschwören, denn dasConcil von Montpellier befaßte sich gar nicht mit Juden ^).

Kaum war diese örtliche Gefahr abgeweudet, so war eine andereallgemeinere im Anzuge, welche diejenigen Juden, die Kunde davonhatten, in die größte Bestürzung versetzte. Jnnoceuz III. hatte durcheucyklische Hirtenbriefe die Vertreter der ganzen Christenheit zu einemallgemeinen (ökumenischen) Concil nach Rom zusammenberufen, aufwelchem die energische Fortsetzung der Krenzzüge gegen die Mohamme-daner im heiligen Lande und auf der pyrenäischen Halbinsel, sowiegegen die südfrauzösischen Ketzer festgestellt, die Entsetzung des Grafenvon Toulouse und die Uebertragung seiner Länder auf Simon vonMontfort gebilligt und die Reformation der Kirche, d. h. die Erweiterungihrer Gewalt gegenüber den Staaten, durchgeführt werden sollten.Die südfrauzösischen Gemeinden, welche Kunde hatten, daß auf diesemConcil auch gegen die Juden ein harter Schlag geführt werden sollte,waren aufs Tiefste davon erschüttert. Isaak Benveniste lud daherjüdische Deputirte nach der Stadt Bourg de St. Gilles ein, um einfluß-reiche und gewandte Männer zu erwählen, welche sich nach Rombegeben und die bösen Rathschläge gegen die Juden vereiteln sollten^).

Die Namen der zu diesem Zwecke Delegirten sind unbekannt,denn ihr Bemühen war fruchtlos geblieben. Das große vierte Lateran-concil, welches von Jnnocenz präsidirt und von mehr als 1200

1) Vergl. Bd. VI. 2 S. 374 fg. Nr. 21.

2) Die 46 Canones dieses Concils bei Mansi a. a. O. enthalten keinStatut gegen die Juden.