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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

der Vertreter des einseitigen Talmudismus, vermied es, mit demSohne des Mannes zusammenznkommen, den er halb und halb alsKetzer betrachtete. Von dem Sultan Aladil, Saladins tüchtigemBruder, ehrenvoll ausgenommen und mit Privilegien versehen, er-bauten die französischen und englischen Auswanderer in JerusalemBet- und Lehrhäuser und verpflanzten die tossafistische Lehrweise nachdem Morgenlande.

Geistige Regsamkeit selbst auf talmudischem Gebiete gedieh abertrotzdem in der heiligen Stadt nicht. Als wenn der Fluch auf diesereinst so glanzvollen und dann so elenden Stadt ruhte, war sie, seitdemdie römischen Legionen unter Titus und Hadrian ihre großen Söhneerschlagen hatten, vollständig unfruchtbar geworden. Nicht ein einzigerMann von Bedeutung ist seit dem Untergange des Synhedrin ausihr hervorgegangen. Jerusalem wie ganz Palästina war nur merk-würdig durch seine Todten; die sehnsuchtsvollen Frommen suchtenlediglich deren Gräber auf; Lebensquellen fanden sie da nicht. JonathanKohen und seine Genossen besuchten gewissenhaft die Stätte, woraufeinst der Tempel prangte, die Gräber der Erzväter, Könige,Propheten und Mischnahlehrer, weinten und beteten auf den Trümmernder untergegangenen Herrlichkeit. Sie trafen nämlich mit demExilarchen David aus Moßul zusammen, der von dem ChalifenAlnasir Ledin Allah einen Geleitbrief in Händen hatte, vermögedessen er Zutrit zu allen Sehenswürdigkeiten erhielt U- Im Morgen-lande durften die Juden noch eine Scheinwürde behaupten; Chalifund Sultan, die Träger der geistlichen und die Träger der weltlichenGewalt, gönnten sie ihnen wenigstens für Geld. In Europadagegen war selbst ihr Leben jeden Tag durch den aufgestacheltenFanatismus bedroht.

Der almohadische Fürst der Gläubigen, Mohammed Alnasirvom nordwestlichen Afrika., hatte die ganze verfügbare Mannschaft zueinem heiligen Kriege gegen die überhandnehmende Macht der Christenim mohammedanischen Spanien zu den Waffen gerufen und mindestenseine halbe Million Krieger über das Meer nach Andalusien geführt.Die feste Stadt Salvatierra fiel, trotz der tapferu Vertheidigungdes Ritterordens von Calatrava, in die Hand der Mohammedaner(September 1211). Die jüdische Gemeinde von Salvatierra wurdebei der langen Belagerung aufgerieben, und ein Rest derselben flohnach Toledo ^). Die christlichen Könige Spaniens, von der nahen

*) Itiuorarluru a. a, O,

2 ) Hebräische Chronik, vgl. Bd. VI 2 S. 374. Nr. 20.