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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

welche das Papstthum seine Macht gegründet hatte. An der Feind-seligkeit der wahrhaft gottesfürchtigen und sittlichen Christen gegendie Hierarchen, deren Anmaßung, unzüchtige Lebensweise und un-ersättliche Habgier hatten nämlich auch Juden ihren Theil. Die alsKetzer gebrandmarkten Albigenser in Südfrankreich, welche am ent-schiedensten gegen das Papstthum auftraten, hatten zum Theil ihreOpposition vom Verkehr mit gebildeten Juden oder aus jüdischenSchriften geholt. Es gab unter den Albigensern eine Sekte, welchecs geradezu anssprach:das Gesetz der Juden ist vorzüglicher alsdas Gesetz der Christen" Z. Jnnvcenz' Augenmerk war daher ebensowie auf die Albigenser, auf die Juden Südfrankreichs gerichtet, um ihrenEinfluß auf die Gemüther der Christen zu hemmen. Der GrafRaymund VI. von Toulouse und St. Gilles, von den Troubadourenund Sängern der Zeitder gute Raymund" genannt, welcher alsBegünstiger der Albigenser galt und daher unbarmherzig gequältwurde, war auch beim Papste als Freund der Juden verrufen.Jnnvcenz zählte daher in dem Sündenregister, das er ihm vorhielt,auch das Verbrechen auf, daß er in seinem Staate jüdische Beamtenhielte und Inden überhaupt begünstigte ^). In dem bluttriefendenKreuzzug, den der Papst gegen ihn und die Albigenser eröffnet?,litten daher die südfranzösischen Gemeinden mit. Sobald Raymundgedemüthigt war und sich gefallen lassen mußte, von dem päpstlichenLegaten Milo nackt an einem Stricke mit Geißelhieben in die Kirchegeschleppt zu werden, mußte er unter Anderem bekennen, daß er dasVerbrechen begangen hatte, Juden öffentliche Aemter anzuvertrauen.Darauf befahl ihm der Legat, bei Strafe des Verlustes seiner Würde,unter Anderem reumüthig zu beschwören, daß er sämmtliche jüdischeBeamten in seinem Lande entfernen, dieselben niemals wieder an-stellen uns auch andere Juden nimmermehr zu irgend einem öffentlichenoder auch Privatamte zulassen werde. Der unglückliche Fürst, demdie Schwertesspitze auf die Brust gesetzt wurde, mußte diese Erklärungöfter wiederholen (Juni 1209). Dreizehn Barone, die mit Raymundin Verbindung gestanden und als Gönner der Albigenser galten,darunter auch die Herren von Posquiöres und Lünel und dieConsuln der Stadt Argentisre, wurden ebenfalls von Milo ge-zwungen, durch einen Eid zu versichern, daß sie ihre jüdischenBeamten absetzen und ferner kein Amt an solche vergeben würden^),

Väisstls, läsioirs äs I,smAiisäoe. ll?. III. prsavss p. 378: artiouliin qnibas srraiil inoäsroi ÜLbrstisi: 10, äieanl quoä lsx laäasoriunrasllor ssl quam lsx Odilstiauorara.

2) Lxistolas lunoosulü III. L. XII. Ro. 108.. Lalas.

LIs,nsi Oonsilis, ll?. XXII. x. 770 f., 775, 782.