Jnnocenz III.
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nicht verhängen durfte, so bedrohte er diejenigen Christen mit demBann, weche mit solchen Juden irgend einen Verkehr unterhielten,die sich seiner apostolischen Willkür nicht fügen mochten.
Ein Drohbrief, den Jnnocenz an den judenfreundlichen Grafenuon Revers erließ (Januar 1208 ^), offenbart noch mehr als seinebisherigen Verfügungen seinen tiefen Ingrimm gegen den jüdischenStamm. Weil dieser Graf den Juden das Leben nicht sauer machteund sie nicht belästigte, schrieb der Papst an ihn: die Juden sollten wieder Brudermörder Kain flüchtig und unstät aus Erden wandeln, undihre Gesichter müßten mit Schmach bedeckt sein. Sie dürften von christ-lichen Fürsten keineswegs beschützt, sondern müßten im Gegentheil zurKnechtschaft verurtheilt werden. Es sei daher schändlich, daß christ-liche Fürsten Juden in ihre Städte und Dörfer aufnehmen, und sieals Wucherer benutzen, um durch sie von den Christen Geld zuerpressen. Sie (die Fürsten) nähmen die christlichen Schuldner derJuden in Haft, ließen die Juden christliche Burgen und Dörferpfänden, und — was eben das Uebel ist — die Kirche büße dadurchihren Zehnten ein. Es sei ein Skandal, daß Christen den Juden ihrVieh zum Schlachten, ihre Trauben zum Keltern gäben, damit diesevorweg davon das nach ihren Religionsgesetzen Bereitete für sich nehmenkönnten, um das Uebrige den Christen zu überlassen. Eine noch größereSünde sei es, daß der von Juden auf diese Weise bereitete Wein zumSakrament des Abendmahls für die Kirche gebraucht werde. Werdendie Christen von den Geistlichen wegen ihrer Begünstigung der Judenin den Bann gethan und ihr Land mit dem Interdikt belegt, solachen sich die Juden in's Fäustchen, daß ihretwegen die kirchlichenHarfen an die Weiden gehängt werden und die Geistlichen währenddes Bannes um ihre Einnahmen kommen. Jnnocenz bedrohte indiesem Hirtenbriefe den Grafen von Revers und seine Gesinnungs-genossen mit den schwersten Kirchenstrafen, falls er auf diesem Wege,die Juden zu begünstigen, fortfahren sollte. Er war der erste Papst,der die gallige Wuth und unmenschliche Härte der verfolgungssüchtigenKirche gegen die Juden kehrte. Alles an ihnen erregte seinen Ingrimmgegen sie; er gönnte ihnen kaum Luft und Licht, und nur einetrügerische Hoffnung hielt ihn zurück, einen Kreuzzug und Vernichtungs-krieg gegen sie zu predigen.
Jnnocenz war sich wohl bewußt, warum er Juden und Juden-thum gründlich verabscheute. Er haßte in ihnen diejenigen, dieindirekt gegen die Versumpfung des Christenthums wühlten, auf
*) Das. Illbor Xj Xc>. 190. bei Ls.lu 2 , R. II. x. 123.