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Geschichte der Juden.
ihm zu Ohren gekommen, daß in Frankreich die Juden durch Wucherdie Güter der Kirche und die Besitzungen der Christen an sich gezogenhätten, daß sie gegen den Beschluß des Lateranconcils unter Alexander III.(B. VI >2 260) christliche Diener und Ammen in ihren Häusern hielten,daß ferner Christen nicht als Zeugen gegen Juden zugelassen würden,ebenfalls gegen den Beschluß desselben Concils, daß die Gemeinde vonSens eine neue Synagoge erbaut hätte, welche höher als die Kircheder Nachbarschaft angelegt sei, und in welcher nicht, wie vor derVertreibung, leise, sondern so laut gebetet würde, daß dadurch derkirchliche Gottesdienst gestört sei. Jnnocenz tadelte endlich den Königvon Frankreich, daß er den Inden zu viel Freiheit lasse und daß siesich herausnehmen dürften, in der Osterwoche auf den Straßen und inden Dörfern zu erscheinen, die Gläubigen wegen ihrer Verehrung einesgekreuzigten Gottes zu verspotten und vom Glauben abtrünnig z» machen.Er wiederholte mit Entrüstung die teuflische Verleumdung, daß die Judenheimlich Meuchelmord an Christen begingen. Gegen die öffentliche,täglich sich wiederholende Judenschlächterei hatte das Oberhaupt derKirche kein so scharfes Wort. Er ermahnte darauf Philipp August,wahren Christeneifer zur Unterdrückung der Juden zu bewähren, undvergaß dabei nicht zu erinnern, die Ketzer in seinem Lande zuvertilgen i). Juden und Ketzer ließen dem geistlichen BeherrscherEnropa's keine Ruhe. — In demselben Jahre Mai 1205) schriebJnnocenz auch einen scharfen Hirtenbrief an den König von Castilien,Alfonso den Edlen, weil dieser, ein Gönner der Inden, nicht zugebenmochte, daß die Geistlichen mohammedanische Sklaven der Inden mitGewalt durch die Taufe ihnen entziehen, von den Feldern der Judenund Mohammedaner den Zehnten eintreiben sollten. Er drohte demstolzen spanischen König mit der kirchlichen Censur, wenn er fortfahrensollte, die Synagoge gedeihen und die Kirche schmälern zu lassen^).Jnnocenz bestand darauf, daß die Juden von den Ländereien, die sievon Christen erworben, den Zehnten an die Geistlichkeit leisten sollten,damit diese, deren Macht auf Geld beruhte, keine Einbuße erleide,und schrieb darüber an den Bischof von Auxerre (Mai 1207 ^). SeinZwangsmittel gegen die Juden, um seinen Verfügungen Nachdruck zugeben, war der indirekte Bann. Da er über sie die Excommunication
y üpistolas Innoo: VIII. Ho. 186. sä. Li'sguiAll^ in dessen Oixto-rnats. 1. II. x 610 f.
Das. D. VIII Ho. 5 in Lglun Edition M II. x>. 696 f.
ch Düs. D. X. Xo. 61. sä. Hains, D II. x. 33. Es geht aus dieser Epistelhervor, daß die Juden damals noch in Frankreich Bodenbesitz haben durften:cknäusi — ourn villas, xrasäis, st vinsas smsrint.