Jnnocenz III.
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stitutlo lluckaoorum), erst erlassen werden mußten, und so verblendetwaren ihre Führer, daß das Oberhaupt der Kirche diese Bestim-mungen nicht aus dem einfachen Gefühl der Billigkeit und Mensch-lichkeit traf, sondern aus der verkehrten Anschauung heraus: dieJuden dürften nicht ausgerottet, sondern müßten erhalten werden,damit sich an ihnen einst das Wunder ihrer allgemeinen Bekehrungzu Jesus erfüllen könnte.
Die Inden, welche, durch eine tausendjährige Erfahrung ge-witzigt, ihre Feinde und Freunde hinter Masken zu erkennen ver-mochten, täuschten sich keineswegs über Jnnocenz' wahre Gesinnunggegen sie. Als Don Pedro II., König von Aragonien, von seinerRomfahrt heimkehrte (Dec. 1204), wo er sich vom Papste zumKönig salben und krönen und sein Land vom Petristuhl zu Lehengeben ließ, waren die aragonischen Gemeinden in großer Angst, wasihnen bevorstehen würde. Don Pedro hatte beschwören müssen, dieKetzer in seinem Lande zu verfolgen, die Freiheiten und Rechte derKirche zu schützen und dem Papst Gehorsam zu leisten. Wie, wenndie Freiheit der Kirche so ausgelegt würde, daß die Juden ansdem Lande gejagt oder zu Leibeignen erniedrigt werden sollten?Die aragonischen Juden befürchteten so etwas, wandten sich in in-brünstigen Gebeten zu ihrem Gotte, veranstalteten einen allgemeinenFasttag und zogen dem heimkehrenden König mit der Thora-Rolleentgegen i). Ihre Angst war aber diesmal grundlos. Don Pedro,welcher es mit seinem Gehorsam gegen den Papst nicht so garernstlich nahm und nur die Befestigung seiner Macht im Auge hatte,dachte au keine Judenverfolgung. Auch konnte er die Juden in seinerregelmäßigen Geldverlegenheit nicht entbehren; er war ihr Schuldnergeworden.
Jnnocenz überwachte aber mit eifersüchtigem Auge die Fürsten,daß sie den Juden ja nichts mehr als das nackte Leben gönnensollten. Dem französischen König Philipp August, dem Erzfeindder Juden, der sie gequält, geplündert, aus seinem Laude gejagt,gehetzt, und nur aus Trotz und Geldverlegenheit sie wieder zurück-gerufen hat (B. VI. ^ 229 — 232), machte der Papst (Januar 1205)Judenfrenndlichkeit zum Vorwurfe! Es verletze sein Auge, schrieber an denselben, daß manche Fürsten die Söhne der Kreuziger denMiterben des gekreuzigten Christus Vorzügen, als wenn der Sohn vonder Sklavin Erbe des Sohnes von der Freien sein könnte. Es sei
0 Hebräische Chronik in Band VIz. S, 372 dio. 15.