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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

dasselbe. Der Papst Jnnoeenz III. (11981216), von dem alle Uebelstammen, an denen die europäischen Völker bis zur lutherischenReformation litten: die tyrannische Gewalt der römischen Kirche überFürsten und Völker, die Knechtung und Verdummung der Geister, dieVerfolgung der freien Forscher, die Einführung der Inquisition, dieScheiterhaufen gegen Ketzer, d. h. gegen solche, welche an derUnfehlbarkeit des römischen Bischofs zu zweifeln sich unterfingen;dieser Papst Jnnoeenz III. war auch ein erbitterter Feind der Judenund des Judenthums und hat ihnen tiefere Wunden geschlagen, alssämmtliche vorangegangenen Widersacher. Dem allmächtigen Kirchen-fürsten im Vatican, der Könige ein- und absetzte, Kronen und Ländervertheilte und durch seine Armee von päpstlichen Legaten, Spionen,Dominikaner- und Franziskaner-Mönchen mit ihrer blutdürstigenFrömmigkeit ganz Europa vom Atlantischen Meere bis Constanti-nopel und vom Mittelmeere bis zur Eisregion knechtete, ihm wardas Häuflein Juden ein Dorn im Auge, weil diese HandvollMenschen mit ihrem klaren Verstände, ihrem geläuterten Glauben,ihrer sittlichen Kraft und ihrer überlegenen Bildung ein stillerProtest gegen die römische Anmaßung war. Im Anfang seinerRegierung schien Jnnoeenz, gleich seinen Vorgängern, die Judenzwar nicht gerade begünstigen, aber doch vor Unbill beschützen zuwollen. Da Ansammlungen zu neuen Kreuzzügen gegen das seitSaladiists Tod geschwächte Sultanat von Egypten, welches im Besitzder heiligen Stadt war, an der Tagesordnung waren, und dieKreuzzügler durch erhaltenen Sündenerlaß sprechen durften:Wirdürfen Verbrechen begehen, weil wir durch den Empfang des Kreuzessündenfrei sind, ja noch die Seelen der Sünder aus dem Fegefeuererlösen können," so waren Judenhetzen wiederum an der Tages-ordnung, wie auch gewaltsame Taufe, Plünderung, Meuchelmorde.Die Juden bedurften eines besondern Schutzes und wandten sichdaher an Jnnoeenz, der Gewalthätigkeit der Kreuzritter zu steuern.Gnädig bewilligte er ihnen (Sept. 1199), was auch der Führereiner anständig organisirten Bande nicht versagen würde. Die Judensollten nicht mit Gewalt zur Taufe geschleppt, nicht ohne richterlichesErkenntniß beraubt, verletzt oder getödtet, in ihren Festzeiten nichtdurch Peitschen oder Steinwürfe aufgestört werden, und endlich solltenihre Begräbnißplätze respektirt, ihre Leichname nicht ausgegcaben undgeschändet werden ^). So entartet war die Christenheit geworden,daß solche Gesetze, eine solche Constitution für die Juden (Oon-

*) Dxistolas laaovsatii III.. Dalar: H I. 540. dlo. .102.