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Geschichte der Juden.
von der Ruhe seiner früheren Werke merklich absticht. Er' war ver-drießlich, daß er sich „vor Thoren und Weibern" rechtfertigen mußte.
Unter den gelehrten Mohammedanern machte Maimnni's „Führer"viel Aufsehen, wurde aber natürlich theils wegen seiner hingeworfenenAngriffe auf den Islam und auf die damals herrschende platte, aberrechtgläubige Philosophie der Aschariten und theils wegen seiner freienAnsichten hart von ihnen getadelt. Abdellatif, der Vertreter der recht-gläubigen Richtung in der morgenländisch-islamitischen Welt, welcherbei dem Sultan Saladin wohlgelitten und nach Egypten gekommenwar, um Maimuni mit noch zwei berühmten Männern kennen zu lernen(wohl Anfangs 1192 st, sprach zwar mit Anerkennung von ihm, fällteaber ein Verdammungsurtheil über dessen Werk. Abdellatif äußerte sichfolgendermaßen über ihn: „Mose, der Sohn Maimuui's, besuchte mich,und ich lernte in ihm einen Mann von sehr hohem Verdienste kennen,aber ich fand ihn von dem Streben beherrscht, den ersten Rang einzn-nehmen und mächtigen Personen zu gefallen. Er hat neben medicinischenWerken auch ein philosophisches Buch für die Juden geschrieben, dasich gelesen habe. Ich halte es für ein schlechtes Buch, das geeignetist, die Gruudlehren der Religionen zu untergraben, gerade durch dieMittel, welche bestimmt scheinen, sie zu befestigen."
Nirgends fanden Maimuui's Ideen einen fruchtbareren Boden undwurden gieriger ausgenommen, als in den jüdischen Gemeinden Süd-srankreichs, wo Wohlstand, sreistädtische Verfassung und die albigensischeGährung gegen das starre Kirchenthum den Forschergeist geweckt, undwo Jbn-Esra, die Tibboniden und Kimchiden Samen einer jüdischenCnltur ausgestreut hatten (o. S. 200 f.). Je weniger die gewecktenMänner Südfrankreichs im Stande waren, aus sich heraus das Juden-thum mit den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Richtung anszugleichen,desto mehr vertieften sie sich in die Schriften des Weisen, welcher innige,strenge Religiosität mit freier Forschung auf eine überzeugende Weisezu versöhnen wußte und dessen Werke Besonnenheit, Klarheil, Durch-dachtheit und Tiefe offenbarten. Nicht bloß Laien, sondern auch tiefeTalmudkenner, wie Jonathan Kohen von Lünel (o. S. 204j, begeistertensich für Maimuni, lauschten auf jedes seiner Worte und huldigten ihmwie einer außergewöhnlichen Erscheinung. „Seit dem Tode der letztenTalmndisten war nicht ein solcher Mann in Israel." „Gott erweckteihn zur Belebung seines Volkes, weil dieses immer mehr erschlaffte."
st Bei äs x. 486. Abdellatif war bei Saladin nach der Einnahmevon Jean d'Acre in Jerusalem, also im August lllll, uud von da reiste ernach Kahira (das.). Sein Urtheil über den iVlorsll braucht nicht diesem Jahrsanzugehören, sondern der Zeit, als er sein Werk über Egypten schrieb.