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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

ermahnte, die ihm zugesandten Hefte sorgsam zu bewahren, damit nichtvon Mohammedanern und schlechten Inden Mißbrauch damit getriebenwerde i), so wurde es doch noch bei Maimuni's Leben den Arabernzugänglich gemacht Ein Mohammedaner schrieb eine eingehende Er-klärung zu den von Maimuni aufgestellten Voraussetzungen, um dasDasein Gottes zu beweisen Die Hauptbegründer der christlich-scholastischen Philosophie benutzten nicht nur Maimuni's religionsphilo-sophisches Werk, sondern lernten erst daraus, sich in dem Widerstreitzwischen Glauben und Philosophie zurecht zu finden. Kaum darf manes Maimuni zum Borwurf machen, daß er, in der Zeitphilosophie be-fangen, fremde, ja unverträgliche Elemente in das Judenthum hinein-trng, daß er statt des Gottes der Offenbarung, welcher voller Theilnahmeauf das Menschengeschlecht, das israelitische Volk und jeden Einzelnenblickt, ein metaphysisches Wesen gesetzt hat, welches in kalter Erhabenheitund Abgeschlossenheit sich um seine Geschöpfe nicht kümmern darf, wennsein Dasein nicht in Gedankendunst zerfließen soll. Kaum vermochteer diesem metaphysischen Gotte eine volle Persönlichkeit und nur ineingeschränktem Sinne einen freien Willen beizulegen. Das Judeuthum,so sehr es ihm auch in's Herz gewachsen war, mußte in seinem Systemzu kurz kommen, weil er dessen Grundeigenthümlichkeit zu erfassen ver-hindert war. Weil er die Offenbarung der Thora nicht in vollsterBedeutung als Mittheilung der Gottheit an sein Volk nehmen durfte,mußte er den größten Propheten zu einem Halbgott über den menschlichenKreis hinaus erheben, dann wieder halb und halb im Widerspruchmit seiner Grundtheorie zu dem Nothbehelf greifen, das Volk habeam Sinaieine zu der Zeit in der Luft geschaffene Stimme" vernommen,und wiederum, es habe nicht sämmtliche zehn Gebote mit dem Ohrerfaßt^). Das Ideal eines vollkommenen Menschen und Frommenwie Maimuni es aufstellt, ist nur für sehr Wenige, nur für geübteDenker erreichbar, indem solche sich erst dazu durch den langen Stufengangniederer und höherer Erkenntnisse, die nicht Jedermanns Sache sind,zu erheben vermögen. Ein bloß sittlicher und religiöser Wandel, wielauter auch immer, genüge nicht, weil Gott nur im Geiste mit höchsterphilosophischer Anschauung angebetet werden könne, und demgemäß ver-mögen nur sehr Wenige die Unsterblichkeit und die jenseitige Seligkeit

y Brief an Jbn-Aknin bei Munk, Holles x. 23 und bei Goldberg a. a. O.

2) Folgt aus Abdellntis's Angabe. Munk fand in einer Handschrift ausdein dreizehnten Jahrhundert ein Exemplar des Lloreli mit arabischen Charak-teren (das. p. 27).

b) Bei Munk a. a. O.lllorslr II. 33.