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Geschichte der Juden.
anderen Wissenschaften gelte aber gleich der mit dem Talmuds. Be-merkenswerth ist noch, daß der maimunische Gesetzescodex die Un-sterblichkeitslehre und zwar in eigenthümlicher Auffassungsweise mitausgenommen hat. Bis dahin wurde die vom Jndenthum verheißeneSeligkeit für die Frommen mit der Auferstehung in Verbindunggesetzt. Die Gerechten aller Völker und sämmtliche Israeliten, welcheim Tode ihre Sünden abgebüßt haben, werden mit ihren Leibernauferstehn, und für diese werde dann eine neue, bessere Welt, einhöherer Zustand, die zukünftige Welt (Olam Unbdab, ö ö
eintreten. Diese Welt wurde mit der messianischen Erlösung in Ver-bindung gesetzt. Maimuni wich davon ab und ging dabei von seinereigcnthümlichen (aristotelischen) Seelenlehre aus. Die Seele sei nichtan sich unsterblich, sondern sei nur eine Kraft, sich zum Höchstenhinaufzuschwingen. Habe sich die Seele mit dem höchsten Gedankenvon Gott und der Geisteswelt erfüllt, sich solchergestalt von denBanden der Leiblichkeit und der Vergänglichkeit befreit und die höheregeistige Stimmung durch sittliches Leben, als Gesinnung und uner-schütterliche Ueberzeugnng, dauernd zu erhalten gewußt, so sei siedadurch unsterblich geworden, sie habe sich dann die Unsterblichkeit,das ewige Leben, errungen und könne mit dem Absterben des Leibesgar nicht vergehen, sondern trete in das Lichtreich der Geistesweltein. Das eben sei die vom Talmud verheißene „zukünftige Welt",obwohl sie eigentlich nicht zukünftig ist, sondern unmittelbar nachdem Tode eintritt. Diese durch philosophisches, d. h. religiöses undsittliches Leben selbst erworbene Seligkeit sei den Frommen verheißenals Lohn für ihren Wandel. Die Strafe der Sünder sei eben sonatürliche Vergänglichkeit ihrer Seele, weil sie sich nicht zur Ewigkeitund Unsterblichkeit zu erheben vermocht hat. Sie vergehen einfach,weil ihre Seele eben so vergänglich geblieben ist, wie ihr Leib. DieseLehre von Belohnung und Bestrafung stellt der Codex als talmudischauf 2). Die Lehre von der leiblichen Auferstehung konnte Maimunifüglich nicht in seine Theorie einreihen und nahm sie nur gewisser-maßen aus Gefälligkeit mit auf, weil sie in einigen biblischenSchriften und im Talmud behauptet wird, ohne sie näher zu begründen.
Nach seiner Auffassungsweise mußte Maimuni die erwartetemessianische Zeit ebenso von der Auferstehung loslösen, wie er diesevon der jenseitigen Seligkeit getrennt hat. Er stellt sie ganz nüchtern
st Uitebol lbnlrnnä lllllors. I 12.
st Auch in den Evangelien wird die Eschatologie nur so aufgesaßt.
st Uiloliod Dssolinbab VIII. 8.