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Geschichte der Juden.
Wunder vollführt und nach seinem Tode in den Kreis der Engelerhoben worden sei. Mose habe nun in seinem Gesetzbuchs eine glanz-volle Zukunft für Israel verheißen, die gewiß nicht ausbleiben werde.Darum ist es Pflicht für die Söhne dieses Stammes, an ihrem Gotteund seiner Thora sich festzuklammern. Die Beschäftigung mit der Lehreund die Ausübung der religiösen Satzungen seien das Seil, welchesdie im Meere der Leiden Ertrinkenden festhalten müßten. , So vielJeder vermöge, sollte er die religiösen Vorschriften des Jndenthumsbeobachten und sich im Gebet zn seinem Gott wenden. Wer verhindertist, die vorgeschriebenen Formeln zu beten, soll wenigstens ein kurzesGebet in hebräischer Sprache drei Mal des Tages verrichten. — Wiedie zur Taufe gezwungenen Juden unter den westgothischen Königen,so haben auch die zum Islam zwangsweise Bekehrten einander durchSchriften zum treuen Ausharren in der angestammten Religionermahnt.
Mose Maimuni pflog in Fez intimen Umgang mit moham-medanischen Aerzten und Philosophen U, die in ihm den Neligious-genosseu sahen. Aber unter der Maske eines Moslemin arbeitete eremsig an seinem Mischnah-Commentar und verwerthete darin dieneuen Beobachtungen und Erfahrungen in dem halb cultivirten undhalb wilden Gebiete. Bald hatte er Gelegenheit, zum ersten Maleauf den Kampfplatz zu treten, seine selbstständige Ansicht über dasJudenthum ausznsprechen und seine tiefe talmudische Gelehrsamkeitund seinen Hellen Geist leuchten zu lassen. — Ein jüdischer Schrift-steller von übertriebener Frömmigkeit hatte nämlich behauptet, daßdie jüdischen Scheinmohammedaner durchweg nach dem Gesetze alsAbtrünnige und als Götzendiener zu behandeln seien. Wer Moham-med's Prophetenberuf öffentlich anerkannt hat, selbst wenn er heimlichsämmtliche Pflichten des Judenthums eifrig und gewissenhaft erfüllte,sei als Nichtjude anznsehen und gehöre zu denen, deren Zeugniß voreinem jüdischen Gerichte, namentlich in Ehesachen, keine Gültigkeithabe. Wer als Scheinmohammedaner die Moschee besuche, selbst wenner sich nicht an dem Gebete betheilige, beginge eine Gotteslästerungund eine noch schwerere Sünde, wenn er in seinem stillen Kämmerleindem jüdischen Gebete obliege. Der Eiferer behauptete endlich, jederwahrhafte Jude sei gehalten, sein und seiner Kinder Leben preiszugeben,um sich nicht, sei es noch so äußerlich, dem islamitischen Bekenntnisseanzuschließen. Seine Behauptung beruhte auf der Annahme, daß diemohammedanische Religion ohne Weiteres Götzendienst sei; denn in
*) Bewiesen von Munk, ^rellivss isruslitss a. a. O. S. 326 f.