Druckschrift 
6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

Verfolgung von Blois.

185

is ^

Theobald gedachte noch die Verfolgung über sämmtliche Juden feinerGrafschaft auszudehnen, aber ein Jude Baruch b. David beschwich-tigte ihn durch ein Lösegeld von tausend Pfund und rettete die Gesetz-rolle und die übrigen Schriften der Gemeinde Blois. Zwei liturgischeDichter, Ephraim b. Jakob aus Bonn und Hillel b. Jakob,verewigten diese Verfolgung durch rührende, wenn auch nnpoetischeVerse. Als die Nachricht von dem Märtyrertode der Juden zu R. Tamgelangte, erhob er den Tag zu einem strengen Fast- und Trauertage.Die Gemeinden von Frankreich, Anjou und dem Rheinlande, durchSendschreiben von dem großen Lehrer dazu aufgefordert, nahmen ihnbereitwillig an. Dieser Fasttag zur Erinnerung an die Märtyrer vonBlois verewigt zugleich den ersten Ansbruch des bodenlosen Lügen-wahns von dem Blntgebrauch der Inden an ihrem Ostern, dem imVerlauf eines halben Jahrhunderts Hekatomben von Opfern erlegensind. Das war das letzte öffentliche Wirken R. Tam's. WenigeTage darauf starb er (Mittwoch den 4. Tammus 9. Jnni Z, vonseinen zahlreichen Jüngern und Verehrern tief betrauert. Einer seinerJünger R. Chajim Kohen bemerkte, wenn er bei der Leichenbestattungzugegen gewesen wäre, würde er sich, obwohl er als Aaronide keineLeiche berühren dürfe, damit beschäftigt haben, weil für einen solchenheiligen Mann wie R. Tam die Aaronidenheiligkeit aufgehoben werdendürfe 2). Die Sage verherrlichte den großen Lehrer aus Ramerüsogar auf Kosten des größten Propheten. Sie läßt Mose mit R. Tamim Himmel oder auf Erden Zusammentreffen und mit einanderdisputiren, wobei der Prophet sich für überwunden erklärt^). Mitihm schließt die Reihe der schöpferischen Thätigkeit der französischen

Laobs. p. VII) und in dessen Lslioba (in den Handschriften des deutschenRitus-Naobsor beginnend: non nn noch; ferner in der Lslioba des PoetanHillel b. Jakob beginnend: tno-o- mio» nuon (i,n polnischen und lithauischenRitus), und endlich in dem einseitigen Berichte des Nobsrtns äs Llonts beiLongnsb rsonstl T. XIII. x. 315. In der de Rassischen Bibliothek zu Parmabefindet sich ein Sendschreiben über diese Geschichte von Obadia b. Machir:sxtstola SMaZoZas nrbts Lslls^s (l. u-nöo Blois) in Oaliia, gnamnonuns SZ7IMA0AS.S sortxsit Ob. I. N. Xarrat zstnrss in so. urbs äiräasos,viros ao tsminas tulsss ob isllWonsra ooinbnstos tsris. IV äis 20 Livanan. 2931 a. o. orbis (äs Nossi Mss, ooäioss Xo. 563, 9). Auch das MainzerMemorbuch zählt die Namen der Märtyrer von Blois auf und nennt Pulcelinaunter den Verbrannten: o'uon nsoro p-oo >o ou-.i pe-eon m '^>n

. iiHu- niHo: mom .im navi nnorchr ,112 rnomoist Jechiel Heilperin 8säsr ba-Oorot snb voos N. Tara.

2) Tossatob zu Travtab Lstnbot x. 103 b.ch Gedalja Jachja in Lobalsobslst. Xinst. 40 f.