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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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R, Tam.

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Italien drang. Die größte nnd reichste, mit Talmudgelehrten gefüllteGemeinde von Paris ließ sich von ihm die Vorschriften nnd Formelnfür die Ehescheidung anfertigen ^). Anfragen über schwierige Punktewurden an ihn ausschließlich gerichtet nicht nur aus seiner Heimath,sondern auch aus Südfrankreich und Deutschland, und die rabbinischenAutoritäten der Zeit ordneten sich ihm mit der größten Verehrungunters. Schon in seiner Jugend hatte er einen Kreis von Jüngernum sich"), die in ihm das Ideal verehrten. Er war auch so sehrbeschäftigt mit Beantwortungen von Anfragen, daß er zuweilen derLast erlag ^). Die Fanatiker des zweiten Kreuzzuges, die ihm beinahedas Leben raubten, plünderten seine ganze Habe und ließen ihm nichtsweiter als das nackte Leben und seine Bibliothek "). Dennoch ver-faßte er seinen Commentar auf den Talmud gerade in dieser schreckens-reichen Zeit"). Er war ein fester, von Religiosität und Sittlichkeitdurchdrungener Charakter, an dem nur ein Makel haftete, daß erWucherzinsen von Christen nahm Z, wie er denn überhaupt die strengentalmudischen Wuchergesetze theilweise beseitigte und gestattete, an Judendurch Vermittelung eines Christen auf Zins zu leihen und an getaufteJuden sogar in directem Verkehrs, von der Strenge seines Groß-vaters darin abweichend. Trotz der großen Verehrung, die er genoß,war R. Tam frei von Ueberhebung, kannte aber kein Ansehen derPerson, wo ihm die Religiosität gefährdet schien. Dieses bewies ergegen den gelehrten Meschullam b. Nathan aus Melun, welcherEntscheidungen traf, die wie Neuerungen klangen, obwohl auch er sichauf Lesarten im Talmud und auf Autoritäten berief. R. Tam wiesihn Anfangs etwas derb zurecht und sagte ihm unter Anderm:Ichhöre, daß du dich bestrebst, volksthümlich zu sein, du solltest dich aberauch ein wenig unter die Kundigen mischen." Als Meschullam aufseiner Ansicht zu beharren schien, machte R. Tam ihm den Vorschlag,mit ihm auf halbem Wege zusammenzukommen, um ihn zu belehren

h 8sksr llg-ckgsollgr No. 81.

-) Vergl. Nsaxonsg Lsraira Osira No. 214, 24; Lolllbols I-sIrst 3g.,Ibn-ckgrolli LlgulliA Ho. 6V8, 6Iö und p. 86 e. ff.

Noch vor 1147, da in diesem Jahre sein Jünger R. Peter den Mär-tyrertod erlitt, o. S. 153.

Z Lsksr llg-llgsolmr No. 595.

Das.. "VVisn x. 81 o.

°) Das. Nr. 492.

°) Lssxonsg R. Me'ir aus Rothenburg Nr. 795, 96; Llgräooligi zuLs.bg Nssig V, No. 338.

s) Lsüsr bg-ckgsobgr No. 536, 798; Tossafot zu N. Llsmg p. 7 b. Isaakaus Wien zu ^.sobsri b. Listig V. No. 47.

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