Folgen des zweiten Krenzzuges.
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fiel auch in dieser Zeit in Frankreich ein junger Gelehrter, R. Peter,ein Jünger des Samuel b. Meir und R. Tam's, der trotz seinerJugend sich schon unter den Tossafistcn einen Namen gemacht hatte.Selbst unweit des Klosters Clairvaux, unter den Augen des AbtesBernhard, trieb die wilde Kreuzfahrerbande ungescheut ihr blutigesHandwerk. Sie überfiel die jüdische Gemeinde Ramerü am zweitenWochenfesttage, drang in das Hans des wegen seiner Tugenden undGelehrsamkeit unter der europäischen Judenheit angesehensten MannesR. Jacob Tam, raubte seine ganze Habe, zerriß eine Thorarolleund schleppte ihn aus's Feld, um ihn unter Martern zu tödten. WeilR. Tam der angesehenste Jude war, wollten die Kreuzfahrer an ihmJesu Wunden und Tod rächen. Fünf Kopfwunden hatten sie ihmschon versetzt, und er war nahe daran zu erliegen, als glücklicherweiseein ihm bekannter Ritter des Weges einherzog. R. Tam hatte nochsoviel Bewußtsein, ihn um Hilfe auzuflchen, die der Ritter ihm abernur unter der Bedingung zusagte, wenn er ein stattliches Roß alsBelohnung erhalten sollte. Der nicht sehr edle Ritter redete hieraufder Mörderbaude zu, ihm das Opfer zu überlassen, er werde es zurTaufe bewegeu oder ihren Händen wieder überliefern*). So wurdeder Manu gerettet, der den deutschen und französischen Juden Führerund Vorbild war (8. Mai 1147). Bernhard's Einfluß ist es Wohlzuzuschreibeu, daß außer in Carenton, Ramerü und Sülly keine Juden-hetzen in Frankreich vorkameu. In England, Ivo seit Wilhelm demEroberer sich viele Juden niedergelassen hatten und in lebhaftem Ver-kehr mit den französischen Gemeinden standen, kam keine Judenverfol-gung vor, da der König Stephan sie energisch schützte^). Aber dieböhmischen Juden litten wiederum beim Durchzuge der Wallbrüdcr150 fielen als Märtyrer. Erst nachdem das französische Kreuzheerdurch Deutschland ziehend die deutschen Grenzen überschritten hatte,durften die Juden das Asyl der Burgen verlassen (15. Ab — 14. Juli1147) und wurden nicht mehr angefochten. Selbst diejenigen Juden,welche schwach genug waren, sich die Nothtaufe gefallen zu lassen,durften zum Judenthume znrückkehreu. Ein ebenso frommer wiemenschlicher Geistliche, dessen Namen leider nicht bekannt gewordenist, war ihnen dazu behülflich; er führte die gewaltsam getauften Indennach Frankreich und in andere Gegenden, wo sie so lange weilten,bis ihre kurze Zugehörigkeit zur Kirche vergessen war; dann kehrtensie in ihre Heimath und zu ihrem Glauben wieder zurück''*).
*) Ders. vergl. Note 5. Anm. ^ Ders.
°) Ders.