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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Der zweite Kreuzzug.

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Bischöfe aufforderte. Der Erzbischof von Mainz Heinrich I., zugleichReichskanzler und Stellvertreter des Kaisers, hatte einige vom Ge-sindel verfolgte Juden in sein Haus ausgenommen. Der irregeleitetePöbel drang ein und ermordete sie vor seinen Augen. Da wandtesich der Erzbischof an die angesehenste Person der Christenheit da-maliger Zeit, an Bernhard von Clairvaux, der noch mehr galt alsder Papst. Er schilderte ihm die Gräuel, welche Rudolph in denRheinlanden angestiftet und bat ihn, seine Autorität geltend zu machen.Bernhard, der Rudolph's Treiben verabscheute, ließ sich gleich zurHülfe bereit finden. Er übersandte dem Erzbischof von Mainz einSendschreiben, das bestimmt war, öffentlich verlesen zu werden, woriner den Aufwiegler hart verdammte. Er nannte Rudolph einen aus-gestoßenen Sohn der Kirche, der sein Kloster verlassen, der Regeluntreu geworden, die Bischöfe verachte und Mord und Todtschlag derJuden wider die Absicht der Kirche einfältigen Christen predige. DieInden sollen ganz besonders geschont werden. Die Kirche setze ihreHoffnung darauf, daß sie einst sämmtlich bekehrt werden würden, da-her habe sie ein ganz besonderes Gebet am Charfreitag dazu eingesetzt.Würde die Hoffnung der Kirche sich erfüllen, wenn die Juden sammtund sonders todtgeschlagen würden Z? Ein Sendschreiben in demselbenSinne erließ Bernhard auch an die Geistlichkeit und das Volk vonFranken und Bayern, worin er sie nachdrücklich zur Schonung der Indenermahnte.

Indessen machte Bernhard's Sendschreiben keinen Eindruck aufRudolph und die verführte Menge, sie waren auf Niedermetzelung derJuden versessen und lauerten ihnen überall auf. Der Abt von Clair-vaux fand es daher nöthig, persönlich vom Gemetzel der Juden ab-zurathen. Als er daher eine Reise nach Deutschland machte, um denKaiser Konrad zur Betheiligung am Kreuzzuge zu bewegen, hielt ersich in den rheinischen Städten auf, um Rudolph's teuflischem Werkeentgegen zu arbeiten. Er traf ihn in Mainz, lud ihn vor sich, strafteihn mit harten Worten und bewog ihn, seine Judenmordpredigtcn ein-zustellen und ins Kloster zurückzukehren. Das verblendete Volk murrteaber über Bernhard's Verfahren gegen den blutdürstigen Mönch, undwenn ihn der Geruch der Heiligkeit nicht geschützt hätte, so hätte dasVolk sich an ihm vergriffen ^). Rudolph verschwand vom öffentlichenSchauplatz, aber der von ihni ausgestreute giftige Samen ging fürdie Juden verderblich auf. Je mehr sich die Menge durch Bernhard's

ff 8i. lZsrnbnrcli spistolas dlo. 365.

2) Otto von Freisingen a. a. O. c. 39.