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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

und Gefühle, Philosophie und Poesie haben sich in diesem originellenSystem Jehnda's, des Castiliers, verschmolzen, um ein hohes Idealanfznstellen, das der Vereinigungspnnkt von Himmel und Erde seinsoll. Die Kunstgriffe, welche die früheren jüdischen Religionsphilo-sophen gebrauchten, um das Judenthnm als göttlich darzustellen undvor dem Tribunal der Vernunft zu rechtfertigen daß seineGrundwahrheiten der Philosophie nicht widerstritten, und daß esauf reine Sittlichkeit abziele diese Kunstgriffe verwarf JehudaHalevi, da sie gerade den Grundkern des Jndenthums gewisser-maßen verstecken oder nur obenhin berühren. Der castilische Reli-gionsphilosoph verschmähte jeden äußern Maßstab als unzureichendfür die Größe des Judenthums. Er verachtete das Gerüste auf-einander gethürmter Schlußfolgerungen, weil sie trotz ihrer schein-baren Festigkeit keine beruhigende Gewißheit für das religions-bedürftige Gcmüth gewähren. Er dagegen geht von festen That-sachen aus, denen so viel Beweiskraft innewohne, daß sie der eigen-sinnigste Zweifler selbst nicht anzufechten vermöge, und auf diesenGrund erbaut er den Tempel des Judenthums, sogar des rabbinisch-talmndischen Jndenthums, an dem ihm kein Titelchen unwichtig undunwesentlich erscheint. Sein System, so viel schwache Seiten esauch dem tiefen Blick verräth, enthält dennoch viel Wahres, vorAllem ist es national, und der Weg, den er eingeschlagen, ist dereinzige, der zum richtigen Verständniß des Jndenthums führt.

Eigen ist es, daß das religionsphilosophische System des Chozari,obwohl das Werk kaum drei Jahrzehnte nach dem Erscheinen in'sHebräische übersetzt wurde, keinen nachhaltigen Eindruck auf dieDenker der Zeitgenossen hervorgebracht und nur sehr wenig zur Fort-entwickelung des Jndenthums im Mittelalter beigetragen hat. Manverehrte den Verfasser hoch, wendete auf ihn den Vers an:Hütedich, den Leviten zu verlassen", man eignete sich manches ans seinemSysteme an, ließ sich aber nicht davon befruchten Die Zeit hattenoch kein Verständniß für die vollendete Schöpfung, welche die jüdisch-spanische Cnltnr erzeugt hatte. So wie Jbn-G'anach's großartigeLeistungen auf dem Gebiete der Bibelforschung, so blieben auch JehudaHalevi's Ideen über das Judenthnm unbeachtet; Beide finden erst inder Jetztzeit ihre gerechte Würdigung.

Abnlhassan Jehuda gehörte nicht zu denen, welche erhaben denkenund niedrig handeln; Gesinnung und Thal flössen bei ihm in einszusammen. ' Sobald er zur Ueberzeugung gekommen war, daß derhebräischen Sprache und dem Lande Kanaan eine eigene Göttlichkeitinnewohne, daß sie geweihte Gefäße für einen heiligen Inhalt seien,