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Geschichte der Juden.
wird, nahm sich des unglücklichen Mose an nnd wendete ihm treueFreundschaft zu, obwohl Neider sie zu untergraben suchten. MoseJbn-Esra verherrlichte seinen Gönner in einem schönen Gedicht vondreißig Verseng.
Mose Jbn-Esra hatte viel Ähnlichkeit mit Salomon Jbn-G'ebirol.Gleich ihm klagt er über Verrath und Neid, über der Zeit Härteund Treulosigkeit. In seinen Gedichten spiegelt sich ebenso wie indenen des Dichters von Malaga das Selbstische ab; auch er hattekein großes Ziel für seinen dichterischen Drang. Aber Mose Jbn-Esra war nicht so zart besaitet, nicht so weich und empfindsam wiejener, er hatte eine derbere Natur und auch weniger poetische Zer-flossenheit. Er war darum auch nicht so schwermüthig und grämlichwie Jbn-G'ebirol, sondern sang zu Zeiten heitere Lieder nnd konnteauch mit der Muse tändeln. Als Dichter steht er Jbn-G'ebirol umvieles nach. Seine Poesie trägt den Stempel der Künstelei undGeschraubtheit, seine Bilder sind überladen, seine Verse oft hart undschwülstig nnd entbehren des Wohlklangs und Ebenmaßes, der Lieb-lichkeit nnd Frische. Es ist zu viel Gesuchtheit und Berechnung inseinen Versen. Mose Jbn-Esra liebte es besonders, Wörter vondemselben Klange nnd verschiedener, oft entgegengesetzter Bedeutungzu gebrauchen, eine Manier, die er den arabischen Dichtern abgesehenbatte (NsAnio). Zn bewundern ist nur an ihm die Herrschaft, die erüber die hebräische Sprache hat, die sich ihm schmiegt und fügt, dieFruchtbarkeit seiner dichterischen Leistung und die Mannichfaltigkeitdes Versmaßes, mit der er die hebräische Poesie bereichert hat. Erdichtete einen Liederkranz, den er Perlenschnur (L.rimü, Narsolnsek)nannte, von 1210 Versen in zehn Abtheilungen; sie waren seinemGönner Jbu-Kamnial (o. S. 100) gewidmet. Diese Verse sind ebensomannichfaltig an Maß wie an Inhalt. Der Dichter verherrlicht inder Liedersammlung seinen Gönner, singt von Wein, Liede und Freude,preist das schwelgerische Leben unter Laubbaldachinen und Vogelgesang,klagt dann wieder über die Trennung von Freunden nnd über Treu-losigkeit, jammert über das herannaheude Greisenalter, ermahnt auchgelegentlich zu Gottvertrauen und verherrlicht zuletzt die DichtkunstNeben diesem Kranze dichtete Mose Jbn-Esra dreihundert Gelegen-heitsgedichte von mehr als 10 000 Versen (in einen Divan gesammelt)und endlich nahe an zweihundert Gebetstücke für das Neujahr undden Versöhnungstag, welche Bestandthcile des Kultus in vielen Ge-
st Bei Dukes a. a. O. S. 95, über S. b. Krispin Llinsa Oxtorck 13.st Lsrsai Obswöck ci. a. O. 68 — 74.