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Geschichte der Juden
Dichterfürsten von Castiticn in freundschaftlichem Verkehr und huldigtein überschwänglicher Weise dessen Talent.
Während die Muse der genannten beiden Dichter nur ernstenSchöpfungen zngewendet war, gebraucht Salomon b. Salbölsvon Cordova, ein Verwandter des Rabbiners Joseph Jbn-Sahal, diehebräische Sprache für erotische Tändeleien. Die neue Dichtungsformdes arabischen Makamendichters Hariri aus Basra, dessen Ruhm nachSpanien gedrungen war, regte Jbn-Sakbsl an, etwas Aehnliches inder hebräischen Sprache zu versuchen. Er schrieb eine Art satyrischenRomans unter dem Titel Tachkemoni, dessen Held, Ascher b. Jehuda,Wandlungen und Täuschungen dnrchmacht. Der Held erzählt selbstseine Abenteuer in gereimter Prosa, von Versen unterbrochen, wie erfrüher längere Zeit in Waldeinsamkeit, nur von der Geliebten begleitet,zugebracht, daun aber des einförmigen Lebens überdrüssig, sich nachGeselligkeit gesehnt, im Kreise von Freunden an vollen Tafeln zuzechen. Von einer unbekannten, verführerischen Schönen durch einräthselhastes Briefchen verlockt, habe er sie lange gesucht, sich in Liebes-gram verzehrt, sei dann in einen Harem eiugeführt worden, wo ihm derHerr desselben „mit Berbermicne" den Tod gedroht. Es war abernur eine Maske, die eine Schöne vorgenommen, um ihn zu schrecken,und diese, welche nicht seine Herzenskönigin, sondern nur deren Dienerinwar, habe ihm die Erfüllung seiner Wünsche versprochen. Endlichglaubte er dem Ziele nahe zu sein; er kommt mit der Geliebten zu-sammen, aber es war nur eine Mummerei, die einer seiner Freundeveranstaltet hat. So wird Ascher b. Jehuüa von Täuschung zuTäuschung geführt. — Die Kunstform hat keinen allgemein gültigenpoetischen Werth und ist nur eine Nachahmung des arabischen Musters.
Zu bewundern ist nur die Leichtigkeit, mit der Jbu-Sakbsl diehebräische Sprache handhabt, und wie er das Tiefernste zu leichtenTändeleien verwendete.
Reichbegabte Persönlichkeiten waren die vier Brüder Jbn-Esraans Granada, begütert, edel, gelehrt und knnstgeübt: Abu-IbrahimIsaak der älteste A b u H a r u n M o s e, Abu lh a s s a n I eh u d aund Abuhagag Iosephder jüngste. Ihr Vater Jakob hatte unterdem König Halms oder richtiger unter Samuel Jbn-Nagrela ein
1) Die Makamen dieses Dichters, welche Charisi citirt und den seinigenzum Muster genommen, hat Schor, in Olls.lu .2 III. S. 154 ff. veröffentlicht.
2) Abraham Jbn-Daud und Edelmann Einl. zu 6-inss Oxlorck. Der ,Elftere aiebt ausdrücklich an, daß Isaak der älteste war. Falsch daher bei 'Geiger (Divan S. 38), daß Juda der älteste gewesen sei. S. auch Luzzatto'sVstulab p. 18