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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Joseph Jbn-Zadik. 105

Almokammez, weil man sonst Gefahr liefe, dem Unglauben zu ver-fallen st.

Berühmter als diese war der Rabbiner von Cordova, Abn-AmrJoseph b. Zadik-Jbn-Zadik (geb. um 1080, st. 114849 st,Nachfolger des Joseph Jbn-Sahal im Rabbinate. Obwohl Jbn-Zadik als ein tiefer Kenner des Talmud gerühmt wird, so verfaßteer doch kein talmudisches Werk, sondern lediglich philosophische inarabischer Sprache, eine Logik und eine religionspchilosophische Schrift(OIuw Luton st Lllarooosmos), und obwohl als ein höchst frommerRabbiner geschildert, war er nicht nur mit Plato und Aristotelesvertraut, sondern hatte auch die Schrift eines Karäers, des JosephAlbaßir, benutzt st sicherlich der erste Rabbanite, der dem Karäer-thum ein solches, wenn auch geringes Zugeständniß machte. Dasreligionsphilosophische Werk verfaßte Jbn-Zadik für seine Zeitgenossen,die er als das niedrigste ddr vorangegangenen Geschlechter, versunkenin Begierden, Unwissenheit und Blindheit, schildert st, um sie durcheine leichte Methode zur Erkeuntuiß der höchsten Wahrheiten zu er-heben. Er widmete es einem Jünger, der ihn nach der Natur deshöchsten Gutes, das der Mensch zu erstreben berufen sei, fragtest.Seine Methode besteht darin: während die Religionsphilosophen diehöchste Erkenntniß auf dem laugen Wege der Mathematik, der Musik,der Astronomie und der Dialektik erreichen lassen, macht sich dieseanheischig nachzuweisen, daß der vernunftbegabte Mensch sie ohne diesemühsame Vorbereitung aus sich selbst schöpfen könne. Der Menschist eine Welt im Kleinen; in ihm spiegeln sich zwei Welten ab, dieendliche und die unendliche. Durch Selbsterkenntniß vermöge derMensch zu der Wahrheit zu gelangen, ohne welche das Leben einverfehltes sei.

Neu sind nun die Gedanken keineswegs, die Jbn-Zadik aufge-stellt, es sind vielmehr die gangbaren der arabischen Zeitphilosophie;er wendete sie nur auf das Judenthum an. Die Selbsterkenntnißführe zu Gotteserkenntniß, zum lauteren Gottesbegriffe und zur An-nahme einer Weltschöpfung aus Nichts durch den göttlichen Willen.

st Luzzatto in Hs-Iialrot Lsclsrn 60 und 72. Orient. Litbl. 1847, 217 f.

Abraham Jbn-Daud und Mose Jbn-Esra, Note 1, I.

st Herausgegeben von Jellinek 1854, mit einer literarhistorischen Ein-leitung.

st Das von ihm citirte Buch Mansuri des Abu-Jakub (x. 43, 46, 7V)ist von Joseph Roeh; vergl. darüber Pinsker I-ilrnts Beilagen und Notenx. 196.

st Olarn Laton Eingang S. 1 und S. 74.

st Das. Eingang.