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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

insel gefehlt hat, so bildete doch Keiner von ihnen einen Einigungs-punkt gleich Chasdai Jbn-Schaprut und Samuel Jbn-Nagrela, dieschlummernden Kräfte zur Entfaltung zu wecken, oder der literarischenThätigkeit die Richtung vorzuzeichnen. Es gab keinen festen Mittel-punkt, dem sich die Geister wie einer belebenden Sonne zuwenden konnten;aber die Zeit bedurfte dessen nicht mehr. Der Wetteifer für sämmt-liche Fächer göttlichen und menschlichen Wissens war so mächtig, daßer nicht mehr von oben, von einer hochgestellten Persönlichkeit, angeregtzu werden brauchte. Die erste Hälfte des zwölften Jahrhunderts hatein wahres Füllhorn genialer Männer im jüdischen Kreise ausgeschüttet,Dichter, Philosophen, Talmudisten, und ihre Erzeugnisse tragen fastsämmtlich den Stempel der Vollendung. Das jüdische Culturleben indieser Zeit glich einem veredelten Garten, reich an duftenden Blüthenund saftigen Früchten, dessen Erzeugnisse, wie verschieden auch anFarbe und Geschmack, doch gleich an Pracht und Werth, in demselbenBoden wurzeln. Der kleinliche Neid, über den sich Menahem b. Sarukund Jbn-G'ebirol zu beklagen hatten, die feindliche Stimmung, diezwischen Jbn-G'anach und Samuel JbmNagrela, zwischen AlfLßi undJbn-Albalia herrschte, waren aus dem Kreise der Culturträger dieserZeit verbannt. Die Dichter besangen einander und priesen die Männer,welche andern Wissenszweigen zngewendet waren, ans voller Seele.Sie nahmen den innigsten Antheil an den gegenseitigen glücklichenEreignissen, trösteten einander und betrachteten einander in Wahrheitals Glieder einer einzigen Familie. Die Seeleneinigkeit, welche unterden Trägern der jüdischen Wissenschaft und Poesie in dieser Zeitherrschte, legt das vollgültige Zengniß für deren Gesinnnngsadel undreiche Begabung ab.

Die Geschichte hat Mühe, die Fülle der genialen Persönlichkeitenans dieser Zeit in Spanien aufzuzählen und sie würdig zu schildern.Ausgezeichnete Rabbinen hat dieser Zeitabschnitt sieben ausgestellt,meistens Jünger Alfnßi's, die neben dem Talmudstudium tiefen Sinnfür Poesie und Wissenschaft bekundeten oder sie selbst pflegten. EinBruder des genannten Wesirs Abu-Jschak Jbn-Mohagar mit NamenAbu-Sulaiman David Jbn-Mohagar*), war Rabbiner (vajan)in Granada. Jünger Alfaßi's, verfaßte David ein systematisches Werküber die talmudische» Bestimmungen der Ehescheidung; ein Sohnspanischer Cultnr, beschäftigte er sich mit der hebräischen Grammatik,schrieb ein Werk darüber (8stsr im - Uslaobiin) und brachte seineHuldigung dem Dichtergenins dieser Zeit dar.

') Vergl. über ihn Note 6.