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Geschichte der Juden.
Unter dem zweiten almoravidischen Herrscher Ali (1106 — 1143)lebten die Juden nicht nur unangefochten, sondern Einige von ihnenwurden mit der Einnahme der Kopfsteuer von der jüdischen undchristlichen Bevölkerung betraut Z, andere ausgezeichnete Männererhielten eine Ehrenstellung an seinem Hofe. Wissenschaft und Poesiewaren auch unter ihm die Beförderungsmittel zu hohen Aemtern.Ein jüdischer Arzt und Dichter, Abn-Ajnb Salomon Jbn-Almuallem aus Sevilla, war Leibarzt des Chalifen Ali undführte den Titel Fürst und Wesir"). Von seinen Dichtungen urtheiltein Kunstrichter, daß sie die Lippen der Stummen beredt nnd das Augeder Blinden hellsehend machten ^). Eine hohe Stellung am Hofe Ali'snahm auch der Arzt Abulhassan Abraham ben Meir Jbn-Kamnialaus Saragossa 4) ein, der ebenfalls den Titel Wesir führte. Die größtenDichter der Zeit verherrlichten ihn wegen seines Gesinnungsadels, seinerFreigebigkeit und seiner Theilnahme an dem Schicksal seiner Glaubens-genossen in schwungreichen Versen. „Ein Fürst, der zwar auf Erdenwandelt, aber sein Ziel in den Sternen hat. Er eilt dem Blitze gleich,Milde zu üben, während die Andern schleichen. Die Thüren seinerSpenden sind Heimischen und Fremden geöffnet. Durch sein Vermögenrettete er die dem Tode Geweihten und gab Leben den dem UntergangeVerfallenen." — „Der Fürst (Jbn-Kamnial) ist für sein Volk Schutzund Wehr; er weilt in Spanien, seine Liebe aber reicht bis Babylonienund bis zum Egypterlaud" ^). Den Titel Wesir führte auch Abu-JschakJbn-Mohagar°), den dieselben Dichter durch Verse verewigten. Hoch-gerühmt von Zeitgenossen wird der Fürst Salomo Jbn-Farußal.Er stand vermuthlich im Dienste eines christlichen Fürsten und wurdemit einer Sendung an den Hof von Murcia betraut. Kurz vor derSchlacht bei Ucles, wo die mohammedanischen Waffen über die christ-lichen abermals einen entscheidenden Sieg errangen, wurde Jbn-Farußal
ff Das. o, 25 S. 414.
ff Divan des Jehuda Halevi bei Geiger, S. 120; Maimuni's Aphorismenbei Munk in arellivss israslitss 1851, S. 326, Note. Das Gedicht (OinssOxlorä, S. 18) stammt nach einer Ueberschrift von Jbn-Almuallem.ff Alcharisi Lalllllrsmoiii, Pforte III.
ff Edelmann hat richtig combinirt, daß der Abraham b. Metr, dem MoseJbn-Esra seinen Tarschisch gewidmet hat, identisch ist mit Abulhassan Jbn-Kamnial, (Hass Oxtorä XIV. 1. Ihm widmete auch Jehuda Halevi siebenGedichts, Luzzatto Ustmlat, bat-llslluäa.. S. 19. Vergl. über ihn als ArztMunk a. a. O. aus Maimuni's Aphorismen.
ff Mose Jbn-Esra larsabisoli bei Luzzatto Lsrsm Ollsrasck IV. S. 69, 70.ff Desselben Divan das. S. 92 und Ustmlab S. 20.