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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Juden in Spanien.

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machte Alfonso dem Feinde den Vorschlag, den Zusammenstoß ansden nächsten Montag aufzuschieben, damit weder am Freitag, alsdem Ruhetag der Moslemin, noch am Sonnabend wegen der jüdischenSoldaten in beiden Heeren, noch am Sonntag gekämpft werdensollte. Als Jnssnf auf diesen Vorschlag einging, gedachte Alfonsodas mohammedanische Heer am Freitag unvorbereitet zu überrumpeln,da er es auf eine Kriegslist abgesehen hatte; er fand es aber ge-ordnet. Die Schlacht bei Zalaca begann, welche mit dem vollständigenSiege der Moslemin endete; Alfonso entkam mit nur wenigen Rittern.Aber der Sieg brachte nur den afrikanischen Almoraviden Vortheil.Die einheimischen Fürsten wurden von Jnssnf gedemüthigt. Dassüdliche Spanien wurde auf lange Zeit der Schauplatz blutigerKämpfe. Die Juden litten viel durch die Kriegsdrangsale, welchedie Almoraviden, Alfonso und der durch Romanzen verewigte aben-teuernde Ritter Rodrigo Cid mit seinem zusammengelaufenen christ-lichen und mohammedanischen Gesindel über das schöne Land brachten.Aber als Bekenner des Judenthums litten sie nicht mehr als dieübrigen Einwohner. Die Almoraviden waren keine Fanatiker, ver-folgten nur Politische Zwecke, wenn auch der Krieg, den sie gegen dieChristen führten, ein heiliger genannt wurde. Selbst die in Granadaunter Badis verfolgten Inden (o. S. 48) erhielten von den erobern-den Afrikanern ihre Besitztümer zurück'), deren sie zwanzig Jahreberaubt waren.

Während dieser Unruhen mußte Isaak Alfnßi seinen WohnortKalah Jbn-Hammad verlassen und nach Spanien fliehen (1088).Er war dort im Gebiete Jussuf's von zwei nichtswürdigen Angeberneines wahrscheinlich politischen Vergehens angeklagt worden. AlfLßibegab sich darauf nach Cordova, in das Gebiet des Al-Mutammed,der damals mit Jbn-Teschufin gespannt war. Ein angesehenerMann in Cordova, Joseph Jbn-Schartamikasch nahm ihn gast-freundlich und schützend auf^). AlfLßi's Erscheinen auf spanischemBoden machte Aufsehen, er wurde als talmudische Autorität begrüßt,und von vielen Seiten ergingen an ihn Anfragen"). War es dieBevorzugung, diesem fremden, nicht officiellen Rabbinen eingeräumt,welche die zwei hervorragenden Persönlichkeiten Südspaniens, IsaakAlbalia und Isaak Jbn-Giat, so sehr kränkte, daß sie sich feindlichgegen ihn verhielten? Oder war es die kühne Art, mit der AlfLßi

') Folgt aus AlfLßi rssxonsnm Nr. 131.

2) Abraham Jbn-Daud.

') AlfLßi's rssponss,, 322 an der Zahl (gedruckt zuerst Lioorno 1781)scheinen sehr gekürzt. Sie reflectiren meistens spanische Zustande.