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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Vielleicht rührt von diesem Umstande das Sprichwort her:WormserJuden, fromme Juden". Ueberhaupt war dieser schwache abergutmüthige, deutsch - gemüthliche Kaiser freundlich gegen die Inden.

Ein Jahr, nachdem Papst Gregor diesen Kaiser im Armensünder-hemd wie einen Knaben behandelt hatte, war er auch darauf bedacht,die Juden zu demüthigen. Ans der Kirchenversammlung zu Rom (1078),wo er zum zweiten Male den Bannstrahl gegen die Feinde des Papst-thnms schleuderte, wurde von ihm ein kanonisches Gesetz erlassen, daßdie Juden keinerlei Amt in der Christenheit bekleiden und keinerleiUeberordnnng über Christen inne haben sollten. Dieser kanonische Be-schluß war zunächst an das christliche Spanien gerichtet, wo wegen dereigenthümlichen Lage unter dem steten Kampfe mit den Arabern sich einegewisse Unabhängigkeit vom römischen Stuhle behauptet hatte. WieGregor dem König Alfonso ausländische Bischöfe als gefügige Werk-zeuge zur Vollstreckung seines Willens anfzwingen wollte, so trachteteer auch, den Einfluß der Inden an dem christlichen Hofe Castilienszu hemmen. Er richtete daher ein geharnischtes Sendschreiben anAlfonso (um 1080), worin die Worte vorkamen:Wie wir uns

gedrungen fühlten, dir zu den Fortschritten deines Ruhmes Glück zuwünschen, so müssen wir auch an dir tadeln, was du Unrechtes thust.Wir ermahnen Deine Liebden, daß du nicht ferner zugeben mögest,daß Juden über Christen herrschen und über sie Gewalt ausüben.Denn Christen den Inden unterzuordnen und sie deren Urtheil zuunterwerfen, ist nichts Anderes, als die Kirche Gottes unterdrückenund die Synagoge des Satans erhöhen. Christi Feinden gefallenwollen, heißt Christus selber verachten" ^). Viel mehr zufrieden warder Papst mit Wilhelm dem Eroberer, König von England undHerzog der Normandie, welcher den Beschluß der Kirchenversammlungvon Rouen bestätigte, daß die Inden nicht nur keine christlichen Leib-eigenen, sondern auch keine christlichen Ammen halten dürfen^).

Alfonso hatte aber andere Interessen wahrznnehmen, als dieUnduldsamkeit der Kirche zu vertreten. Er kümmerte sich wenig um

h Narrst oorrstlia XX. p. 508. Os Inckasts rrorr prasporrsrrtts Obrr-stiarris. Nur die Ueberschrift hat sich von diesem Kanon des sorrstlinmUorrrarrrrm erhalten.

2) Oilsotioirsm Imam morrsmrrs, nt irr tsrra tna Inäasos Obristtantsäomtrrart vsl snpra sos xotsstatsm sxsrosrs, nttsrlns rrullatsirus sinas.Hntck snirrr sst Inckasts Obrrtstiarros snpporrsrs as Iros tllornm fncktetosnbjaosrs, irrst soslsstam Ost opxrtmsrs st 8atnrras szmaAoMM sxaltars,st clnm trrtmiets Olrrtstt vslis plassrs, ipsrrm OIrrtstnm eorrtsmnsrs, beiNarrst sorisilia XX. x. 341; Oxistolas (irsMrii VII. l. IX. 2.

Narrst das. XIV. 399.