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Geschichte der Juden.
Verhältnisse der damaligen Zeitlage hatte, so ernannte ihn der Königvon Castilien zn seinem Geheimsecretär und vertraute ihm wichtigeGeschäfte an. Alfonso hatte auch einen anderen jüdischen RathgeberNamens Cidellus, dem er trotz seiner Verschlossenheit und Unzu-gänglichkeit ein so vertrautes Verhältniß gestattete, daß derselbefreimüthig mit ihm sprechen durfte wie keiner der spanischenEdelleute und Granden des Reiches *). Alfonso, der von kirchlicherBigotterie fern war und durch den Verkehr mit den mohamme-danischen Fürsten sich einen freien Blick gewahrt hatte, zeichnete nichtblos einige Juden ans, sondern räumte sämmtlichen in seinen Staatenwohnenden Söhnen Jakob's Gleichstellung und Beförderung zu Ehren-ämtern ein 2 ),
Die bürgerliche Gleichheit zwischen Juden und Christen in vielenTheilen des christlichen Spanien hatte der König Alfonso allerdingsvorgefunden. Obwohl das alte westgothische Gesetzbuch skorum luäionm)mit seinen judenfeindlichen Titeln und Paragraphen (B. V.y S. 138)noch zu Recht bestand, so hatte sich doch ein Gewohnheitsrecht aus-gebildet, welches jenem geradezu entgegenlief. Nach dem westgothischenCodex durften die Juden kaum im Lande geduldet, jedenfalls solltensie als Verworfene behandelt, eigenen Bestimmungen unterworfen undzn keinem Zeugnisse zugelassen werden. Nach dem Gewohnheitsrechte(insros) dagegen hatten Christen, Inden und Mohammedaner der-selben Stadt und desselben Landes ein und dasselbe Recht. DerJude sollte gegen den Christen auf die Thora den Eid oblegen.Hatten Juden und Christen einen Prozeß mit einander, so sollten sieeinen christlichen und einen jüdischen Schiedsmann (^Iksläs) zumSchiedsrichter wähle». Wollte Jemand sein Haus verkaufen, sosollten zwei Christen und ebenso viele Juden den Werth desselben ab-schätzen. Nach einem andern Gewohnheitsrechte (tusro äs XLjöra)wurden die Juden nicht höher, aber auch nicht geringer als Edelleute
Roderich von Toledo äs rsbns Hispanias VI. 34: Hnsnäain änäusninOiäsllnin nornins s.ooivsrnnt (rnuAvatss st sornitss) gut satis sratlarniliaris rs^i (Xäslonso) proxtsr inänstriarn st soisntiuin nrsäisinas.Bei einem Rath, den Cidellus dem König ertheilte, bemerkte dieser heftig:Hon tibi irnpnto, gnoä boo äiosrs xrasonrnxsisti, ssä rnibi, onjns lanai-liaritats in tantuin anäusiain xrornpisti.
2» In dem Dialog zwischen dem Apostaten Petrus Alfonsus und einemJuden Mose (um II »6) bemerkt der letztere: Viäss autsrn, c^uia. Osns nos(ckaäasos) st vivsrs xsrrnittit, st gnotiäis gnantnin nrnat, ostsnäit, oninnobis in oonspsotn inünioornin nostrorurn Avatiain xrasstat st opi-bns loonplstut, st bonoribns sxa-ltut. OialoAus II in inaxiins,bibliotbsos, xatrnin R. XXI x>. I8ö 12.