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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Silber und Gold; halte dich an diese" Alles was sonst von denböhmischen Juden erzählt wird, daß sie von den Christen zur Be-kämpfung der Heiden von Prag zu HüCe gerufen worden, daß siedann wieder vertrieben und ihre Köpfe gezählt worden seien, die sichauf 5200 belaufen haben sollen, ist eitel Erdichtung späterer Schrift-steller 2). In Mähren gab es im elften Jahrhundert ebenfalls Juden.Einer derselben, Namens Podiva, baute eine Burg, der er seinenNamen beilegte (unweit Lnndenburg an der Grenze von Mährenund Oesterreich, vor 1067 ^>. In dem neubegründeten KönigreichePolen, namentlich in der damaligen Hauptstadt Gnesen besaßen dieJuden im elften Jahrhundert ebenfalls christliche Sklaven, und eswurde ihnen nicht verwehrt, obwohl die Herrscher Christen waren

An der Cnltnr ihrer Brüder im Westen hatten die osteuropäischenJuden keinen Antheil. Auch vom Talmud hatten sie keine Kunde,und erst ein Jahrhundert später werden Talmndkundige ans Böhmen,und auch nur spärlich, genannt. Man kann nicht einmal entscheiden,ob die osteuropäischen Juden ursprünglich von Westen oder von Süd-rußland eingewandert waren, und ob sie zu den Rabbaniten oder zuden Karäern gehörten.

Die Karäer waren in dieser Zeit so sehr verkommen, daß sienicht einen einzigen Mann von Bedeutung aufznstellen vermochten.Der einzige karäische Schriftsteller aus dieser Zeit, Jakob b. Reubeiw'l,Verfasser eines biblischen Commentars (Lokor Im-Osodor, um 1050),wahrscheinlich im byzantinischen Reiche lebend, hat keinen selbstständigenGedanken aufgestellt, sondern nur geistlos die Ansichten älterer Auto-ritäten zusammengetragen. Selbst ihr Lieblingsstudium, die hebräischeGrammatik, an dem sie von ihrem ersten Auftreten an gearbeitet

si Oosrrms von Prag Llbrolliaon Bosmorum II 45 bei Pertz raonn-msiita dsrnranias ill. XI. x. 98 vor dem Jahre 1091.

st Bergt, über Hagek's Lügengewebe in Betreff der böhmischen Juden vordem ersten Kreuzzug Ersch und Gruber's Encyciopädie 8sot II. N. 27 x. 127 b,wo es kritisch widerlegt ist.

2) Oograas bei Pertz das. p. 80.

Anonymus Ororäaa iLolonorana bei Pertz das. p. 445 noch vor demJahre 1085. Die Annahme von dem noch frühern Vorkommen der Juden inPolen ist durch keine einzige authentische Quelle documentirt. Die hebräisch-polnischen Münzen, welche als Beweise angeführt werden, sind augenscheinlichspmria

Pinsker hat sehr glücklich nachgewiesen, daß dieser Karäer nicht zur Zeitdes ersten Kreuzzuges geschrieben hat, sondern zwischen 1010, dem von Jephetausgestellten messianischen Jahre, und 1088, dem Jahre der Abfassung desCommentars von Abulfarag Jeschua. Vergl. Inlrats Xallraonstot Beilage Nr. 8.