Einleitung.
vLs klingt zwar befremdlich und ruhmredig, ist aber darumnicht minder wahr, daß die Geschichte der Inden im Mittelalter,d. h. die Geschichte des jüdischen Stammes in Knechtsgestalt, aucheine Glanzperiode hat. Freilich, wenn man geschichtlichen Glanzleuchtende Strahlen nennt, die die Oberfläche des Daseins mitSchimmer überziehen, aber das Innere ausdörren, oder wenn mandarunter versteht hellznckende Blitze im Gefolge von rollendenDonner, welche zwar ein prächtiges Schauspiel bieten, aber dabeiden Anbau der Jahrhunderte schonungslos zerstören: dann istallerdings die mittelalterliche jüdische Geschichte vollständig glanzlos.Begreift man aber darunter still wachsende geschichtliche Saaten,die, vom Thau befeuchtet und von den Winden hin und her bewegt,sich frisch und erfreulich ansnehmen und das Gefühl der Be-friedigung in's Herz gießen: dann darf man mit Fug und Rechtdie Periode der jüdischen Geschichte von dem staatsmännischenRabbinen Samuel Nagid bis zum rabbinischen Weltweisen MoseMaimuni als eine reiche und glanzvolle, als eine klassische be-zeichnen.
Geräuschlos blühte die Saat wissenschaftlicher Forschungen, dieSaat einer lebenswarmen, wahren, reichen Poesie, die Saat einerhöheren Gesittung unter den Gemeinden der pyrenäischen Halbinselund der Kolonieen, die von dort ausgegangen sind. Aus derDürftigkeit der sabnräischen Epoche hat sich die jüdische Geschichte,