Note 17.
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Manier des Talmuds vorherrschen, es doch im Ganzen genommen eher alsParodie des Talmuds betrachtet werden muß. Es ist demnach kein Wunder,daß das Werk auch bei den karäischen Gegnern des Rabbinismus sehr balvan Achtung verlor und einen üblen Ruf bekam, bis es auch von Kariiernganz vergessen wurde. Eine der Hauptstützen des Karäerthums DanielKumisi, der Anfangs zu Ananas Bewunderern zählte und ihn o'b'rVll.n L'ni(Haupt der Weisen) zu betiteln pflegte, fand sich nachher so enttäuscht, daß erihn nunmehr irni (Haupt der Dummköpfe) nannte.
Was oie Dogmatik anbelangt, so hat Anan, wie es scheint, die des Nabba-nismus angenommen, da schon die vorangehenden Serien gegen dieselbe nichtseinzuwenden hatten. Höchst wahrscheinlich hatten schon die Ueberreste der altenSaddncäer, dem Beispiele der Samaritaner folgend, ihre Opposition gegen denGlauben an die Unsterblichkeit der Seele, die Auferstehung und den Messias —eine Opposition, welche nach der Entstehung und Ausbreitung des Christen-thums und des Islams, mit denen die Sectirer mehr oder weniger zu lieb-äugeln pflegten, nicht mehr aufrecht gehalten werden konnte —ganz aufgegeben.Eine unverbürgte Nachricht lautet, daß Anan an die Seelenwanderung (zornig-,')geglaubt habe und soll er sogar eine besondere Schrift zur Vertheidigungdieses Glaubens verfaßt haben. Jedenfalls hielten mehrere seiner Anhängeran diesem Glauben fest. Anderseits berichtet Saadia, daß er den biblischenAusspruch „das Blut ist dis Seele" buchstäblich genommen habe (Lichnd-sl-^.rnanäb, Ans. der VI. Abthetlung sä. Landauer, x. 190 — lül). Auf welcheWeise Anan diese zwei sich widersprechenden Ansichten auszugleichen suchte,ist jetzt nicht bekannt. Ebensowenig können wir jetzt ermitteln, ob die großeWichtigkeit, welche die Karäer dem Schlachten des Viehes beilegen, indem sievon dem Vollzieher dieses einfachen Aktes, im Gegensatz zum tnlmudischen
eine streng dogmatische xroksssiorr äs Ist fordern, von dem anani-tischen Glauben an die Metempsychose oder von der strengen sadducäischenPraxis beim Schlachten oder von diesen beiden Momenten zusammen ab-hängig ist. _
Das oben Auseinandergesetzte glauben wir folgendermaßen resumiren zukönnen. Das älteste Karüerthum besteht aus folgenden Bestandtheilen:
1) Aus rabbanitischen Elementen, die entweder unverändert oder mitmanchen Aenderungen und Modifikationen ausgenommen wurden.
2) Anderseits aber waren die rabbanitischen Gesetzesbestimmungen dieVeranlassung entgegengesetzter Bestimmungen karäischerseits, und zwar ausgemachter Opposition.
3< Mehreres entnahm Anan den alten Sadducäcrn, deren Ueberbleibselwahrscheinlich bis zu seiner Zeit existirten und vom Karäismus absorbirtwurden; jedenfalls waren damals besondere Schriften im Umlauf, die denalten Sadducäern und dem Stifter ihrer Sekte zugeschrieben wurden und alsQuelle für das karäische Lehrspstem dienten.
I) Ferner kommen noch hinzu manche Elemente von neueren Secten, dieam Schlüsse des 7. und im 8. Jahrhundert, einige Jahrzehnte vor Anan, sichausbreiteten, nämlich von Jsawiten und Judghaniten, Secten, diewiederum selbst vom Karüerthum absorbirt wurden.
Anan noch Samuel Jbn-Nagdila im Trostschreiben an Chananel zuzu-sügen ist).